Zwischen Neuruppin und Herzsprung : Salpetersäure ausgetreten - A24 voll gesperrt

Bei Walsleben in Brandenburg ist Salpetersäure aus einem Gefahrenguttransporter ausgelaufen. Es bildete sich eine giftige Wolke. Die Feuerwehr pumpt die Säure ab - das kann noch dauern.

Feuerwehrleute in Schutzanzügen arbeiten auf der Zufahrt zur Raststätte Walsleben (Brandenburg) an einem leckgeschlagenen Lkw, der mit Salpetersäure beladen ist.
Feuerwehrleute in Schutzanzügen arbeiten auf der Zufahrt zur Raststätte Walsleben (Brandenburg) an einem leckgeschlagenen Lkw, der...Foto: Paul Zinken/dpa

Ein Leck an einem Gefahrguttransporter hat auf der Autobahn A 24 bei Walsleben in Brandenburg für einen Großeinsatz der Feuerwehr und lange Staus gesorgt. Aus einem Tank des Transporters war am Montagabend ätzende Salpetersäure ausgetreten und auf die Fahrbahn und ins Erdreich gelangt, wie eine Polizeisprecherin am Dienstag sagte. Weil sich eine Gaswolke bildete, mussten 25 Anwohner ihre Häuser verlassen.
Bis zum Dienstagnachmittag wurden nach Polizeiangaben acht Feuerwehrleute verletzt. Mehrere erlitten wegen der Hitze Schwächeanfälle. Bei Zweien bestand demnach der Verdacht, dass sie womöglich giftige Dämpfe eingeatmet haben. Sie wurden vor Ort ärztlich untersucht.

Türen und Fenster geschlossen halten


Nach Polizeiangaben bemerkte der Fahrer des an der Raststätte Walsleben geparkten Gefahrguttransporters mit 23 Tonnen Salpetersäure an Bord am Montagabend, dass einer der beiden Tanks mit 11.000 Litern Säure am Ventil ein Leck hatte. Er informierte die Polizei. Anwohner wurden aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten.
Am frühen Dienstagnachmittag war der defekte Tank komplett abgepumpt. Auch der zweite Tank sollte noch leer gemacht werden. Am Nachmittag war die Wolke, die sich nach dem Austritt der hochkonzentrierten Salpetersäure gebildet hatte, der Sprecherin zufolge "optisch nicht mehr wahrnehmbar". Auch Messungen der Feuerwehr ergaben keine Schadstoffe mehr in der Luft.

Die Feuerwehr war bis zum Dienstag schichtweise mit insgesamt 200 Einsatzkräften vor Ort, darunter Spezialisten mit speziellen Schutzanzügen und Gasmasken. Die Autobahn war in beiden Richtungen zwischen Neuruppin und Herzsprung gesperrt. Die beiden Rastplätze Walsleben Ost und West beidseits der Autobahn wurden geräumt.

Die Sperrung sollte voraussichtlich noch bis zum Abend andauern. Es bildeten sich erhebliche Staus auf der vielbefahrenen Autobahn.
Inwieweit Teile der Fahrbahn, des Bodens und angrenzende Felder durch die Säure und die Gaswolke verseucht wurden, war zunächst unklar. Vor näheren Untersuchungen sollte zunächst der Tanklaster chemisch gereinigt und abtransportiert werden, wie die Polizeisprecherin sagte. Unklar war zunächst auch noch, wodurch das Leck entstand. Der Fahrer hatte nach eigenen Angaben seinen Transporter regelmäßig kontrolliert. (AFP)

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