Berlin : Zwischen Sonne und Sand

Im Mai öffnen wieder die Strandbars – nicht nur an der Spree, sondern auch an der Karl-Marx-Allee

Thomas Loy

Berlin liegt am Wasser und fußt auf Unmengen von Sand. Eine Strandbar ist so nur die logische Folge einer geografischen Lage. So sieht das Christian Schulz, Berlins wichtigster Strandphilosoph und Betreiber der Freiluftbars im Monbijou-Park gegenüber dem Bode-Museum und an der East-Side-Gallery. In zwei Wochen beginnt in Berlin wieder die Strandbarsaison. Das Cocktailtrinken auf Sand boomt – entsprechend wächst die Zahl der Anbieter. Laut Schulz wird es in diesem Jahr an der East Side Gallery gleich drei Bars nebeneinander geben. An der Karl-Marx-Allee, Höhe Weberwiese, macht außerdem am 1. Mai der Biergarten „Oranke Orange“ als Strandbar auf. Zwar tost hier nur der Verkehr, aber Wirt André Fröhlich möchte ein bisschen auf der Strandbarwelle mitschwimmen. Das mit dem fehlenden Wasser sei schon geklärt: „Wir haben einen Springbrunnen.“

Die etablierten Bars im Monbijou-Park und am Reichstag („Bundespressestrand“) haben allerdings noch Probleme mit den Behörden. Am Monbijou-Park haben sich Anwohner wegen des Lärms beschwert. Mittes Baustadträtin Dorothee Dubrau will den Barbetrieb trotzdem genehmigen. Aber es werde wohl Auflagen geben. Im nächsten Jahr ist es mit dieser Strandbar dann voraussichtlich vorbei. Im September soll der Bau der Uferpromenade weitergehen. „Die Bar ist nur eine Zwischennutzung“, so Dubrau.

Am „Bundespressestrand“ wurde in den vergangenen Jahren ebenfalls viel Geld angespült. Der Betreiber „walks + talks berlin“ möchte deshalb unbedingt weitermachen. Am alten Standort auf der östlichen Spreeseite wird gebaut, also muss der Strand ans andere Ufer in Höhe der Bundestagskita umziehen. Doch „der Bundestag hat sich noch nicht entschieden, ob den Kindern dieser Anblick zuzumuten ist“, sagt Johanna Ismayr von walks + talks. Dabei habe man eine seriöse Zielgruppe: Politiker und Journalisten. „Wir sind eigentlich keine normale Strandbar – eher eine sandig-lockere Polit-Lounge.“ Ismayr hofft, Ende Mai öffnen zu können.

Der Sand für die Strandbars kommt überwiegend von der Ostsee – das fühlt sich an den Füßen einfach authentischer an. Am Bundespressestrand wurden im vergangenen Jahr 100 Tonnen aufgeschüttet. Im Oranke Orange kommt man mit 20 Tonnen aus. Strandbar-Experte Christian Schulz bevorzugt heimatlichen Sand aus Brandenburg.

Saisonbeginn (geplant): Bundespressestrand: Ende Mai. Strandbar Mitte (Monbijoupark): Mitte Mai. Oranke Orange (Karl-Marx-Allee): 1. Mai. Oststrand (East-Side-Gallery): 30. April.

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