Zwischenlandung in Berlin-Tegel : Passagiere verlassen Flugzeug auf eigene Faust

Ihr Flieger soll in Berlin-Tegel nur warten, bis es nach Schönefeld weiter gehen kann. Doch zwei Männer steigen kurzerhand aus - und rufen so die Bundespolizei auf den Plan.

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Aussteigen verboten: Ohne ausdrückliche Aufforderung dürfen Passagiere das Flugzeug nicht verlassen.
Aussteigen verboten: Ohne ausdrückliche Aufforderung dürfen Passagiere das Flugzeug nicht verlassen.Foto: Jan Woitas/dpa

Eine skurrile Szene hat sich am Dienstagabend auf dem Rollfeld des Flughafens Tegel abgespielt. Zwei Passagiere steigen aus einem Flugzeug aus, das dorthin nur wegen schlechten Wetters umgeleitet wurde. Das eigentliche Ziel: Schönefeld. Bei der Maschine handelte es sich laut Flugsicherung um die EZY4568 von Easyjet aus Amsterdam, die um 21.30 Uhr außerplanmäßig in Tegel landete.

Das Flugzeug parkt an Parkposition 65, zunächst ist nicht klar, wann es weiter nach Schönefeld fliegen kann. Dort ist die Piste von 20.50 bis 21.55 Uhr wegen schlechter Witterung geschlossen. Gemäß internationaler Richtlinien der Flugsicherheit wird eine Gangway, also eine Treppe, die zum Boden führt, an das Flugzeug angebracht, sobald dieses zum Stehen gekommen ist. Auch eine Tür wird geöffnet – laut Bundespolizei soll dies in erster Linie der Zufuhr von frischer Luft dienen.

Zwei Passagiere nehmen diese offene Tür und die Parkposition allerdings zum Anlass, die Maschine zu verlassen. Dabei handelt es sich nach Angaben der Bundespolizei um zwei Männer, 45 und 47 Jahre alt. Sie sind schon auf dem Flugfeld, als sie dem Fahrer eines „Follow me“-Fahrzeugs auffallen. Er spricht die irrenden Passagiere an, woraufhin die beiden kehrtmachen und wieder in die Maschine steigen.

Der Kapitän des Flugs EZY4568 ruft die zuständige Bundespolizei. Die Beamten kommen ins Flugzeug und nehmen die Personalien der Männer auf. Laut einem Sprecher der Behörde kam es im Vorfeld nicht zu einer Auseinandersetzung zwischen der Crew und den abtrünnigen Passagieren. Es habe sich lediglich um ein Missverständnis in der Kommunikation gehandelt. Eine Klage gegen die Fluggäste wurde bisher nicht eingereicht.

Der Flugverkehr am Flughafen Tegel musste nicht eingestellt werden, es kam laut Bundespolizei auch zu keiner gefährlichen Situation, niemand wurde verletzt.

Um 22.45 Uhr beendeten die Beamten der Bundespolizei ihren Einsatz, um 23.14 Uhr konnte die Maschine schließlich als EZY51PU weiter nach Schönefeld fliegen. Dort kam es nach der aufgehobenen Sperrung laut Flugsicherung zu „unvermeidlichen Störungen im Betriebsablauf wegen Schneeräumung und Enteisung mit entsprechenden Verspätungen für Starts und Landungen“.

Die Flugverkehrsordnung verbietet es Passagieren aus Sicherheitsgründen strikt, ohne Aufforderung des Flughafenpersonals das Flugfeld zu betreten. Das könne lebensgefährlich sein. Erst im September hatten zwei Personen in Schönefeld versucht, ihren Flieger noch über das Rollfeld zu erreichen. Laura Hofmann

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