Berlin : Zwölf Bezirke treten den Ball

Hochzeiten, Popmusik und eine Brücke der Herzen: Was in Berlin zur Fußball-WM alles geplant wird

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Fan-Paare können sich (gerne auch im Trikot!) zur Fußball-WM zünftig das Ja-Wort geben. Das Standesamt Mitte bietet die „WM-Hochzeit“ in der zum Riesenfußball verwandelten Restaurantkugel des Fernsehturms an. Die Spandauer bieten ABM-Kräfte auf, die Besucher am Bahnhof abfangen und in ihre Altstadt locken sollen. Und in Steglitz-Zehlendorf bereiten Pessimisten gar schon die Trauerfeier zum vorzeitigen Ausscheiden der deutschen Mannschaft vor. In den Berliner Bezirken gibt es noch viel mehr schräge Ideen und wichtige Projekte. Eine Übersicht – exakt 100 Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel am 9. Juni.

Mitte

Auf der Straße des 17. Juni wird vom 7. Juni bis 9. Juli zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor die „Fanmeile“ organisiert (siehe Kasten unten). Der Senat erwartet dort mehr als 100 000 Fans bei den WM-Spielen.

Am Poststadion, das sich nördlich vom neuen Hauptbahnhof befindet, wird das „Fan Camp Berlin 2006“ der Sportjugend errichtet – eine Zelthotelstadt für 2000 vor allem junge Fußballfans. Preis pro Übernachtung: rund 15 Euro.

Nebenan, im alten Schwimmbad des Poststadions, soll ebenfalls ein Campingplatz entstehen – in Privatinitiative.

Die „Adidas-Arena“ wird ab April auf der Wiese vor dem Reichstag errichtet. Im nachgebauten Mini-Olympiastadion können dann 8000 Fans die WM-Spiele verfolgen.

Info-Pavillon und WM-Globus: Über die Politik wird während der WM in einem temporären Gebäude vor dem Kanzleramt informiert; vor dem Brandenburger Tor steht bis zum Finale der WM-Globus – wie schon 2003.

Das ZDF errichtet sein WM-Studio im Sony-Center am Potsdamer Platz – mit Großleinwand und Torwand-Parcours. Kapazität: 1500 Fans.

WM-Hochzeit: Wer’s mag – Sondertermine des Standesamtes zur Fußballtrauung in der Restaurantkugel des Fernsehturms. Telefon: 2009 243 30.

„Platz.Wunden – Der Fußball und die Medizin“ – so heißt eine Ausstellung im Medizinhistorischen Museum der Charité (Schumannstraße 20/21). Sie ist geöffnet vom 12. Mai bis zum 1. Oktober.

Das Kulturforum am Potsdamer Platz heißt im Sommer „WM-Viertel“. Beim Projekt „Heimatklänge“ wird afrikanische Musik gespielt und, na klar, alle WM-Partien auf einer Leinwand gezeigt.

Charlottenburg-Wilmersdorf

Der „Fußballplatz der Nationen“ entsteht auf dem Breitscheidplatz, mit Leinwänden, Kultur- und Sportprogramm.

In der Wilmersdorfer Straße wird es zur WM eng: In der Fußgängerzone sind Großbildwände, eine Showbühne und ein Fußballplatz geplant, auf dem die WM-Begegnungen nachgespielt werden.

In der Waldbühne gibt es Live-Übertragungen der WM-Spiele.

Im Glockenturm wird im Mai das Dokumentationszentrum zur Geschichte des Olympiageländes eröffnet. An Spieltagen ist es geschlossen – dann blickt alles aufs Olympiastadion.

Reinickendorf

„Fußball in Reinickendorf“: Die Ausstellung beginnt im Mai im Heimatmuseum (Alt-Hermsdorf 27).

Pankow

„Doppelpässe – wie die Deutschen die Mauer umspielten“: Die Ausstellung ist vom 21. Mai bis 27. August im Prenzlauer Berg-Museum geöffnet; Adresse: Prenzlauer Allee 227.

Die Kulturbrauerei lädt während der WM zum gemeinsamen Fußballgucken.

Spandau

Zur WM sollen 20 Mitarbeiter eines Beschäftigungsträgers Stadtpläne und Couponhefte an Reisende am Fernbahnhof verteilen.

In der Altstadt ist eine Großbildleinwand geplant, Streetball oder Beachvolleyball im Münsingerpark: Sponsor für ein Kleinfußballfeld wird noch gesucht.

Steglitz-Zehlendorf

In der Schwartzschen Villa, Grunewaldstraße 55, sind folgende Projekte geplant: „Der Ball ist rund – Rund um den Ball“ – Projektionen und Livemusik (10. und 23. Juni, 4. Juli). „Leben am Ball“ – szenische Lesung mit zwölf Autoren (29. Juni). „Zwei Winterreisen: Deutschland verliert – Schubert gewinnt. Der Trauer über das erwartete frühzeitige Ausscheiden wird mit neuen Texten für die „Winterreise“ Ausdruck verliehen“ (der Termin ist noch offen).

Tempelhof-Schöneberg

Bisher keine Veranstaltungen.

Neukölln

In „Match of the day“ zeigen elf Künstlerinnen Gemälde, Installationen und Skulpturen als „weibliche Sicht auf König Fußball“ – vom 13. Mai bis 25. Juni in der Galerie im Körnerpark (Schierker Str. 8).

Friedrichshain-Kreuzberg

Anpfiff der Straßenfußball-WM mitten in Kreuzberg: Insgesamt 24 Teams aus verschiedenen Ländern spielen gegeneinander – vom 1. bis 8. Juli in einem speziell errichteten Kleinfeldstadion aus Containern am Mariannenplatz.

Lichtenberg

Großbildleinwände sind in der Trabrennbahn Karlshorst und im Friedrichsfelder Zachert-Stadion geplant.

Marzahn-Hellersdorf

Großbildleinwände, Konzerte und ein Festzelt sollen auf der Freifläche an der Alten Hellersdorfer Straße entstehen.

Treptow-Köpenick

„Popkick06“ – der Fanpark: Während der WM wird im Treptower Park kräftig gefeiert, mit Fußball und Live-Musik. Den Auftakt macht die Berliner Reggae-Combo Seeed. Die WM-Spiele werden auf riesigen Bildschirmwänden geschaut, dazu gibt es kulinarische Spezialitäten aus den jeweiligen Ländern. Die Veranstalter erwarten mehr als 25 000 Zuschauer.

Auch in der „Kindl-Freilichtbühne“ in der Wuhlheide werden die WM-Spiele übertragen.

Der Bezirk plant zur WM eine „Brücke der Herzen“ mit Kindern und Prominenten auf der Abteibrücke und VIP-Fußballparty am Müggelsee.

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