Berlin : Zwölf Jahre wegen Totschlags

Gericht begründet hohe Haftstrafe mit Brutalität der Tat

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Wegen Totschlags an einem Rentner hat das Berliner Landgericht am Mittwoch einen 29-jährigen Lagerarbeiter zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Nach einem umfassenden Geständnis des Angeklagten folgte die Kammer mit ihrem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Mann hatte den Rentner im Januar nach einem Streit in seiner Spandauer Wohnung mit 20 Messerstichen getötet. Nach Aussage des Beschuldigten hatte das Opfer zuvor „sexuelle Dienstleistungen“ von ihm gefordert.

Trotz einer schweren Kindheit und einer Persönlichkeitsstörung sei der Angeklagte voll schuldfähig, begründete das Gericht die wegen der „äußerst brutalen Vorgehensweise“ relativ hohe Haftstrafe. Der Lagerarbeiter habe sein Opfer erst mit einem Messingleuchter niedergeschlagen und danach den am Boden Liegenden erstochen. Um die Spuren der Tat zu verwischen, stahl der Täter anschließend Kreditkarten, Bargeld und mehrere Wertgegenstände aus der Wohnung.

Nach Ansicht der Verteidigung hatte der Rentner eine finanzielle Notlage des Verurteilten ausgenutzt und den 29-Jährigen sexuell bedrängt. Wegen seiner schweren psychischen Störungen habe der Verurteilte die Kontrolle über die Situation verloren, sagte seine Verteidigerin: „Es muss einen Schlüsselreiz gegeben haben, der meinen Mandanten dazu gebracht hat, so auszurasten.“ Der Verurteilte ist seit 1995 in psychischer Behandlung und soll auch in Haft weiter therapiert werden. dpa

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