Berlinale 2008 : Madonna bringt Filmkritiker zum Weinen

Sie ist heiß, sie ist erfolgreich, sie ist ein Weltstar: Seit Madonna in der Hauptstadt ist, steht Berlin Kopf. Grund ihres Besuchs ist - natürlich - die Berlinale, auf der der Popstar sein Debüt als Filmregisseurin geben wird. Um den Streifen zu sehen, rangeln sogar die Journalisten vor dem Kino.

Madonna
Mit Spannung erwartet: Madonna ist in Berlin gelandet. Sie wird auf der Berlinale ihr Regiedebüt geben: mit "Schmutz und...Foto: dpa

BerlinKaum ist Madonna in der Stadt, stehen die Paparazzi Schlange. Jeder Schritt der Diva wird verfolgt, jedes noch so kleine Detail festgehalten. Nachdem Madonna am späten Dienstagabend in Berlin landete, hatte sie in einem französischen Restaurant in Mitte zu Abend gegessen.

Seezunge und Zitronenbutter

"Sie war in Begleitung von vier bis fünf Personen bei uns und blieb bis kurz vor Mitternacht", erzählt ein Restaurantmitarbeiter. Die "BZ" berichtet detailliert von Madonnas erstem Abend an der Spree: "Tippt zwischendurch SMS in ihr Handy. Sie trägt kaum Make-up, nur ein bisschen Lippenstift. Rotes Kleid, das Blond ihrer Haare leicht herausgewachsen, Mittelscheitel." Und die "Bild" weiß zu berichten: "Sie aß Seezungenfilet an Zitronenbutter mit Salzkartoffeln und Blattspinat."

Madonna selbst, den Rummel um ihre Person gewohnt, dürfte nur eines interessieren: Die Vorstellung ihres ersten Films, bei dem sie die Regie geführt hat. "Filth And Wisdom", übersetzt "Schmutz und Weisheit", lautet der Titel der Multikulti-Komödie. Sie erzählt von einer skurrilen Wohngemeinschaft in London. Hauptdarsteller ist der ukrainische Musiker und Schauspieler Eugene Hütz ("Alles ist erleuchtet"). Seine Band Gogol Bordello hat Madonna bereits einmal bei einem Konzert in London begleitet. Chancen auf einen Preis der Internationalen Filmfestspiele Berlin (bis 17.2.) hat Madonnas Film aber nicht. Er läuft außer Konkurrenz in der Reihe Panorama Special.

Tränen bei den Filmkritikern

Madonna hat bereits Erfahrung im Filmgeschäft. Als Schauspielerin ("Evita") ist sie bereits häufiger aufgetreten - mit unterschiedlichem Erfolg. Bei der Berlinale wird mit Spannung erwartet, wie sich die Pop- und Stil-Ikone präsentiert und wie ihr Regiedebüt ankommt. Sie will ihr Werk sowohl auf einer Pressekonferenz am Potsdamer Platz als auch bei der abendlichen Premiere im Zoo-Palast selbst vorstellen. Und so gab es bereits am Vormittag spannende Szenen zu beobachten: Fast 500 Pressevertreter wollten die Vorabvorführung von "Filth und Wisdom" sehen. Sie drängelten sich vor dem CineStar-Kino. Leider wurden aber nur 350 Journalisten ins völlig überfüllte Kino gelassen. Da half alles Boxen und Schlagen nicht: Viele mussten draußen bleiben. Einige Filmkritiker sollen sogar geweint haben. (sba/dpa)