Berlinale : Madonna sorgt vor Hotel für Ausnahmezustand

Beim Warten auf Popstar Madonna ist vor dem "Hyatt"-Hotel am Potsdamer Platz Chaos ausgebrochen. Journalisten holen sich im Gedrängel blaue Flecken, versuchen sich zur Pressekonferenz durchzuboxen - nicht alle kommen rein.

Madonna im Gedränge
Madonna im Gedränge. -Foto: dpa

BerlinPopstar Madonna hat am Mittwoch bei der 58. Berlinale für einen Ausnahmezustand am Potsdamer Platz gesorgt. Auf einer völlig überfüllten Pressekonferenz stellte die amerikanische Sängerin am Nachmittag ihr Spielfilmdebüt «Filth And Wisdom» (Schmutz und Weisheit) vor. Mehr als eine Stunde mussten die Medienvertreter warten, bis sie es durch das dichte Gedränge in den Saal der Pressekonferenz geschafft hatten - und einige mussten draußen bleiben. Durchgeschwitzte Journalisten mit blauen Flecken von den Rempeleien der Kollegen warteten dann noch einmal eine halbe Stunde auf den verspäteten Star. Draußen harrten unterdessen Fans aus, um einen Blick auf ihr Idol zu erhaschen.

Madonna reagiert gereizt

Madonna selbst wirkte zumindest zu Beginn der Pressekonferenz leicht nervös und reagierte auf unbequeme Fragen - wie zum Beispiel, warum sie als erfolgreiche Musikerin nun auch noch Filme dreht - gereizt und mit Nichtbeantwortung. Am späten Abend wollte sich Madonna noch bei der Weltpremiere ihres Film im Zoo-Palast auf dem roten Teppich zeigen. Danach wartete ein Clubrestaurant in Berlin-Mitte auf ihren Besuch.

Madonnas Spielfilmdebüt ist eine Multikulti-Komödie über eine skurrile Wohngemeinschaft in London. Hauptdarsteller ist der ukrainische Musiker und Schauspieler Eugene Hütz ("Alles ist erleuchtet"). Seine Band Gogol Bordello hat Madonna bereits einmal bei einem Konzert in London begleitet. Chancen auf einen Preis der Internationalen Filmfestspiele Berlin (bis 17.2.) hat Madonnas Film aber nicht. Er läuft außer Konkurrenz in der Reihe Panorama.

Sie habe viel mit ihren Filmfiguren gemeinsam, die nach dem Sinn des Lebens suchen und um ihren Unterhalt kämpfen, sagte Madonna. "Trotz meines materiellen Erfolgs in den vergangenen 25 Jahren, fühle ich mich immer noch wie die Menschen im Film. Ich kämpfe immer noch darum, meinen Weg zu finden", sagte der Star. "Ich kämpfe darum, nicht irre geführt zu werden durch Illusionen. Ich schwanke immer zwischen Licht und Schatten." (mbo/dpa)