Berlinale-Vorbereitungen : Berlin rüstet sich für die Stars

Nicht jeder Kunde ist zugleich ein König, aber für die illustren Gäste der Berliner Filmfestspiele gilt das Sprichwort allemal. Jahrelanges Training hat die Berliner Edel-Gastronomen und Luxus-Dienstleister fit gemacht für den alljährlichen Überfall der VIPs der internationalen Filmszene.

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Das Adlon in Berlin: Hier kehrt die Prominenz allzu gern ein. -Foto: ddp

BerlinSchon lange im Voraus planen sie das Geschäft mit den Sonderwünschen. Für die am Donnerstag (7. Februar) beginnende 58. Berlinale (bis 17. Februar) sind sie deshalb bestens vorbereitet. Das Hotel "Adlon" am Pariser Platz ist ohnehin auf die ausgefallensten Extrawürste spezialisiert. "Unsere Einkäufer sitzen immer an der richtigen Quelle, so dass wir eigentlich alles zu jeder Zeit besorgen können", erzählt Pressesprecherin Sabina Held. Einmal dauerte es ein kleines bisschen länger, da mussten Zigarren aus Griechenland eingeflogen werden.

Auf prominente Gäste bereitet man sich im Haus am Brandenburger Tor akribisch vor: Schon im Vorfeld werden die Vorlieben der VIPs recherchiert. Am kulinarischen Angebot werden indes während der Berlinale keine weitreichenden Eingriffe vorgenommen: Auf Exklusivität sind Roomservice und Speisekarte ohnehin ausgelegt. "Wir entwerfen natürlich wieder einen besonderen Berlinale-Cocktail, wenngleich während der zehn Tage fast nur Champagner getrunken wird", erzählt "Adlon"-Sprecherin Held.

Snacken bis Mitternacht

Wer während der Berlinale im "Grand Hyatt" am Marlene-Dietrich-Platz residiert, genießt den Vorteil, aus der Hotellobby direkt auf den roten Teppich stolpern zu können. Filmgeschäft und persönlicher Rückzugsort gehen hier nahtlos ineinander über, die meisten kehren nur für eine kurze Stärkung ins Hotel zurück. "Bar und Restaurant haben deshalb fast 24 Stunden geöffnet", sagte die Pressesprecherin des Hauses. Außerdem gibt es zusätzliche Snackkarten mit Kleinigkeiten für jene, die es eilig haben, auf die nächste Filmpremiere zu kommen. Anstrengend sei es, aber auch aufregend: "Natürlich ist unser Personal immer interessiert, wer da gerade mit wem an unserer Bar sitzt", erzählt die Sprecherin.

Geschmeidige Sache

Für die Berliner Polizei ist die Berlinale indes eine "geschmeidige Veranstaltung" ohne unangenehme Begleiterscheinungen. "Die Sicherheit ist bei solchen Events in erster Linie Sache des Veranstalters", sagt der Sprecher der Berliner Polizei, Carsten Müller. Natürlich habe man trotzdem auch ein Auge auf die zentralen Schauplätze der Film-Festlichkeiten. Die Berliner Polizei komme nur bei Fragen der Verkehrsführung zum Einsatz, zum Beispiel bei Straßensperrungen, die nötig werden, wenn die Stars am roten Teppich vorfahren.

"Das wirklich Interessante an den Prominenten auf der Berlinale ist ja, dass das alles ganz normale Menschen sind", findet Chauffeur André Kaden. Der Prominentenstatus der Kunden ist für ihn nicht ausschlaggebend: Er behandelt alle mit der gleichen Professionalität. Aber auch hier gilt: Je bekannter der Fahrgast, desto weniger überlässt man die Situation dem Zufall – man sollte ihn zumindest in der richtigen Sprache begrüßen.

Noch Termine bei Udo Walz

Starfigaro Udo Walz wird dieser Tage allerdings nur selten spontan von Promis überrascht. "Bei Events wie der Berlinale reisen die Stars meistens mit ihren eigenen Stylisten an", erzählt der VIP-Coiffeur. Auch Gwyneth Paltrow, die sich in den vergangenen Jahren vertrauensvoll an Walz gewandt hatte, komme mit eigener Frisier-Entourage. Cate Blanchett jedoch habe seine Künste während der Berlinale 2007 trotz eigener Stylisten zusätzlich in Anspruch genommen. In diesem Jahr wird Walz eventuell auch Madonnas Haar zwischen die Finger bekommen. Einen Termin hat sie allerdings noch nicht vereinbart. Aber den bekommt sie auch ohne Voranmeldung. (sgo/ddp)