Der Tagesspiegel : „Berliner Feuerwehr schürt Panik“ Staatssekretär lehnt Vollschutz-Anzüge ab

Peter Tiede

Potsdam - Brandenburgs Agrarstaatssekretär Dietmar Schulze hat der Berliner Feuerwehr und den Behörden auf Rügen vorgeworfen, die Bevölkerung zu verunsichern. Es sei unverständlich, warum in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin tote Vögel von Katastrophenschützern und Feuerwehrleuten eingesammelt werden, die Vollschutz-Anzüge tragen. Diese seien unnötig und trügen zur Panikmache bei. „Wenn die Berliner Feuerwehr unbedingt zeigen will, was sie so alles zu Weihnachten bekommen hat“, sei das zwar nachzuvollziehen, sagte Schulze, verunsichere aber nur die Bevölkerung. Ausreichend sei es, die Vogelkadaver mit Handschuhen einzusammeln.

Schulze kritisierte auch das Nachbarland Polen wegen seiner Informationspolitik in Sachen Vogelgrippe. Die Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden sei problematisch. Polen verfolge eine restriktive Kommunikation in Sachen Vogelgrippe. „Alles, was wir hören, kommt über die Europäische Union in Brüssel“, sagte Schulze im Anschluss an eine Beratung des Krisenstabes des Landes mit den Landräten und Oberbürgermeistern. Die Landkreise an der Grenze zu Polen bemühten sich derzeit „auf dem kurzen Dienstweg“ um Informationen aus den Nachbarwojewodschaften. Insgesamt sei es aber „wieder schwieriger geworden, in Polen direkt an Informationen zu kommen“. Im Ernstfall müssten Kreise und Land mit den polnischen Behörden genauso eng zusammenarbeiten wie etwa mit Sachsen-Anhalt oder Sachsen.

Die Landkreise Brandenburgs sind nach Angaben der Landräte gut auf die Seuchenbekämpfung und den Katastrophenfall vorbereitet. Die Alarmketten stünden und auch Material und Technik seien ausreichend vorhanden. Besonderes Augenmerk legten die Kreise auf Gebiete mit vielen Wildvögeln, sagte Schulze. So hielten sich vor allem im Nationalpark Unteres Odertal, in den Elbtalauen und im Havelland sehr viele Wildvögel auch für längere Zeit auf. Die Schutzmaßnahmen richteten sich zudem auf große Nutztierbestände wie in den Landkreisen Dahme-Spreewald, Spree-Neiße und Uckermark.

Der Landrat des Kreises Havelland, Burkhard Schröder (SPD), sieht aufgrund großer Vogel-Rastplätze eine überdurchschnittliche Gefahr für sein Gebiet. „Wir könnten ähnlich stark betroffen sein wie Rügen“, sagte Schröder. Noch seien aber alle Testergebnisse negativ.

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