Der Tagesspiegel : Berliner Schule verbietet ausländische Sprachen

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Die Hausordnung der Weddinger Herbert-Hoover Realschule beschäftigte gestern den Schulausschuss des Abgeordnetenhauses: Wie jetzt bekannt wurde, ist es auf dem Schulgelände verboten, eine andere Sprache als Deutsch zu sprechen. Während Bildungssenator Klaus Böger (SPD) die Regelung im Ausschuss verteidigte, hält der bündnisgrüne Abgeordnete Özcan Mutlu das Verbot für grundgesetzwidrig und diskriminierend.

„Im Unterricht ist so ein Verbot in Ordnung. Alles andere geht zu weit“, sagte Mutlu dem Tagesspiegel. Er hatte das Thema im Schulausschuss angesprochen, nachdem er in einer türkischen Zeitung darüber gelesen hatte. Allerdings ist die Regelung nicht neu: „Das wurde schon vor eineinhalb Jahren beschlossen“, teilte Bögers Sprecher Jens Stiller mit. Unter Berufung auf die Schulleiterin sagte er, dass die Eltern hinter der Hausordnung stünden. Manche Eltern brächten ihre Kinder gerade deshalb auf die Schule, weil sie sich erhofften, dass sie dann besser Deutsch lernten. Laut Mutlu sind an der Schule rund 90 Prozent der Jugendlichen nichtdeutscher Herkunft.

„Die Schulsprache unserer Schule ist Deutsch, die Amtssprache der Bundesrepublik Deutschland. Jeder Schüler ist verpflichtet, sich im Geltungsbereich der Hausordnung nur in dieser Sprache zu verständigen“, heißt es in den „Grundsätzen“ der Hausordnung, die alle Schüler unterschreiben müssen. Als Geltungsbereich werden nicht nur die Schule und der Schulhof definiert, sondern auch Klassenfahrten und Wandertage. Ob die Schüler häufig gegen den genannten „Grundsatz“ verstoßen, war gestern nicht zu erfahren. sve/suz

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