Berliner Staatsoper : Keine Einigung in der Opernfrage

Laut einer Medienmeldung soll sich der Bund entschlossen haben, eine Summe von 200 Millionen Euro zur Sanierung der Berliner Staatsoper aufzubringen. Bislang hatte es dazu noch keine Einigung gegeben. Der Bund und das Land Berlin dementierten die Meldung.

BerlinDer Bund und das Land Berlin haben sich noch nicht über die Sanierung der Berliner Staatsoper unter den Linden geeinigt. Beide Seiten dementierten einen entsprechenden Bericht der "Berliner Morgenpost". "Es gibt noch keine Einigung", hieß es unisono aus dem Haus von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und der Berliner Senatsverwaltung. "Letzte Vereinbarungen sind noch nicht getroffen", sagte ein Sprecher Neumanns. Zudem sei Vertraulichkeit vereinbart.

Nach Informationen der Zeitung steht jetzt fest, dass der Bund mit 200 Millionen den Löwenanteil der auf 230 Millionen Euro geschätzten Kosten für die dringend notwendige Sanierung der maroden Staatsoper übernimmt. Das hatte zuvor bereits das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" mehrfach berichtet. 30 Millionen Euro wolle der Freundeskreis der Oper beisteuern. Voraussetzung sei, dass Berlin seine jährlichen Zuschüsse an die Staatsoper unter Leitung von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim um zehn Millionen Euro aufstocke.

Sagt der Bund zur Staatsoper ja oder nein?

Bisher zahlt Berlin 37 Millionen Euro pro Jahr. Dieser Punkt ist bisher sehr umstritten. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will nicht einseitig die Zuschüsse an eine Oper erhöhen. Alle drei Opern unter dem Dach der Opernstiftung müssen bis 2009 rund 13 Millionen Euro einsparen, da der Senat seine Zuschüsse bis dahin von 112 auf 99 Millionen Euro kürzt. Geprüft wird ferner noch ein Vorschlag von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), ob der Bund die Immobilie der Staatsoper übernimmt, ohne deren Spielbetrieb zu finanzieren.

Neumann hatte in der vergangenen Woche bereits angekündigt, dass sich der Bund an den Sanierungskosten wesentlich mehr beteiligen wird als bisher geplant. Zugesagt hatte der Bund bisher 50 Millionen Euro, wenn auch das Land Berlin 50 Millionen Euro zahlt. (mit dpa)