Der Tagesspiegel : Berliner Süden will vom BBI profitieren

Bezirke hoffen auf neue Gewerbeansiedlungen

Klaus Kurpjuweit

Schönefeld - Beim Flughafenausbau in Schönefeld wollen die Umlandgemeinden aus Münchener Erfahrungen lernen. Beim Bau des Franz-Josef-Strauß-Flughafens im Erdinger Moos hat sich die Stadt Erding von Anfang an auf die Seite des Flughafens geschlagen – und davon profitiert. Unternehmen siedelten sich dort an, neue Wohnsiedlungen entstanden. Die andere Nachbarstadt Freising verweigerte sich dagegen – und hat heute noch das Nachsehen. „Zum Freising wollen wir nicht werden“, heißt es deshalb im Umfeld des Flughafens Schönefeld fast unisono. Inzwischen arbeiten auch Kommunen, die sich dem BBI-Ausbau widersetzt haben, mit der Flughafengesellschaft zusammen.

Brandenburgs Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) ist darüber höchst zufrieden. Mit dem Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) als Arbeitsplatzmotor werde die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg wirtschaftlich einen Sprung nach vorn machen, ist Dellmann überzeugt.

Profitieren wollen davon nicht nur die brandenburgischen Gemeinden rings um Schönefeld, sondern auch die Berliner Nachbarbezirke Treptow-Köpenick, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg. „Wir haben die Chancen aus dem Flughafenausbau erkannt und wollen sie nutzen“, sagte die Bürgermeisterin von Treptow-Köpenick, Gabi Schöttler (SPD) auf einer SPD-Veranstaltung. Den vom Fluglärm betroffenen Anwohnern müsse man dabei aber auch helfen.

Vom Flughafenausbau profitieren könnten unter anderem Tagungshotels, die es im Bezirk gebe, sagte Schöttler. Zudem setze der Bezirk auf Gewerbeansiedlungen und neue Wohnungsbauten.

Auf Treptow-Köpenicker Gebiet liegt auch der größte Teil des einstigen Baufeldes-Ost, dessen Kauf zu überhöhten Preisen die Flughafengesellschaft vor Jahren ins Trudeln gebracht hatte. Aus dem Gelände, auf dem nach alten Plänen der Flughafen erweitert werden sollte, soll jetzt ein „Airport-Business-Park“ entstehen, wie Flughafenchef Rainer Schwarz sagte.

Wo sich Firmen niederlassen und begehrte Arbeitsplätze schaffen, hinge vor allem davon ab, wie schnell die Verwaltungen auf solche Wünsche reagierten, sagte Peter Schirmer von der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg. Wichtig seien zudem, welche Tarifverträge es gebe. Dagegen spiele die Höhe der Förderung durch die Länder kaum noch eine Rolle. Klaus Kurpjuweit

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