Der Tagesspiegel : Berufung im Busfahrerprozess Staatsanwalt: Bewährungsstrafe reicht nicht angesichts sechs Toter

-

Vor einer Woche war der Busfahrer, der für einen Unfall mit sechs Toten verantwortlich ist, wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Nun hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin Berufung eingelegt. Eine Bewährungsstrafe reiche nicht aus, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Schnittcher am Dienstag. Der Busfahrer habe über einen beträchtlichen Zeitraum die Orientierung verloren. Die Behörde geht „von sieben Sekunden plus X“ aus. „Das ist ein sehr langer Zeitraum für einen Verkehrsteilnehmer.“ Das Amtsgericht Oranienburg hatte den 48jährigen Busfahrer zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Er war am 21. Juli 2002 auf der Autobahn A24 nahe der Abfahrt Kremmen (Oberhavel) ungebremst in ein Stauende gefahren. Dabei kamen fünf Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren und eine 22-jährige Frau ums Leben. Neun Menschen wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten zwei Jahre und neun Monate Haft gefordert. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar