Der Tagesspiegel : Besucherrekord für Berliner Opern

Die Berliner Opernhäuser erfreuen sich wachsender Beliebtheit: Insgesamt fast 800.000 Menschen besuchten 2008 eine der drei Opern oder das Staatsballett, 60.000 mehr als im Jahr davor. Dennoch steckt zumindest die Deutsche Oper in Finanznöten.

Die drei Berliner Opernhäuser und das Staatsballett haben 2008 einen neuen Besucherrekord erzielt. Insgesamt hätten 795.642 Zuschauer die Aufführungen gesehen, teilte die Stiftung Oper in Berlin am Donnerstag mit. Dies waren 62.631 Besucher mehr als im Vorjahr.

Die Deutsche Oper verzeichnete den größten Zuspruch: Zu den 254 Vorstellungen kamen 262.037 Zuschauer, was einer Auslastung von 68,6 Prozent entspricht. In der Staatsoper Unter den Linden sahen fast 250.000 Menschen eine der insgesamt 290 Veranstaltungen (genau: 247.183 ). Die Auslastung betrug 87,1 Prozent. In der Komischen Oper besuchten 181.376 Gäste die 256 Vorstellungen. Die Auslastung lag bei 65,4 Prozent. Das Staatsballett zählte bei 108 Vorstellungen gut 100.000  Besucher.

Deutsche Oper in finanzieller Not

Obwohl die Deutsche Oper bei der Auslastung im Mittelfeld der drei Berliner Opernhäuser liegt, hat das Haus derzeit mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Aufgrund eines Defizites von 800.000 Euro wurde eine Haushaltssperre verhängt. Intendantin Kirsten Harms erklärte im Interview mit dem Tagesspiegel, dass die Schmerzgrenze für sie erreicht sei. Ihr Haus sei extrem unterfinanziert. Durch die Zusammenführen der drei Opern in der Opernstiftung stünden ihr weniger Mittel zur Verfügung, zudem seien Sponsorengelder weggefallen. Sie forderte höhere Zuschüsse.

Politiker äußerten Kritik daran: Die Opernstiftung habe 2008 bereits eine Etaterhöhung von 20 Millionen Euro mehr erhalten, von denen 5,5 Millionen an die Deutsche Oper geflossen seien. Die Vorsitzende des Kulturausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus, Alice Ströver (Grüne), sagte im rbb-Kulturradio, es stelle sich die Frage, warum das Haus schon wieder Geld wolle. (jnb/ddp)

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