Der Tagesspiegel : Betrunkener attackierte BVG-Fahrerin „Motz“-Verkäufer randalierte in Linie U 7

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Am U-Bahnhof Hallesches Tor hat am Mittwochabend gegen 21.40 Uhr ein offenbar betrunkener Passagier eine BVG-Fahrerin attackiert. Während der Zug der Linie U7 auf dem Gleis hielt, zertrat der Mann zunächst im vordersten Wagen die Fensterscheibe zur Fahrerkabine. Dann verließ er den Zug und versuchte, durch die seitliche Fahrertür in die Kabine einzudringen. Die völlig verängstigte Fahrerin bat daraufhin über die Bordsprechanlage die übrigen Fahrgäste um Beistand, woraufhin der Mann floh. Augenzeugen gaben an, der Mann habe zuvor im U-Bahnwagen die Straßenzeitung „Motz“ verkauft und sei alkoholisiert gewesen. Seinem Geschrei nach zu urteilen habe er geglaubt, die Fahrerin zu kennen: Sie habe ihm einmal die Mitfahrt verweigert, weil er betrunken war.

Bernd Braun, der Geschäftsführer der Straßenzeitung „Motz“, bezeichnete den Vorfall gegenüber dem Tagesspiegel als „unerhört“. Er werde sich bemühen, den betreffenden Verkäufer ausfindig zu machen. Dies sei jedoch nicht leicht, da bei der Motz weder Angaben über die Verkäufer gesammelt noch Personalausweise eingesehen werden. „Anders wären die Leute nicht zur Mitarbeit zu bewegen“, sagte Braun. „Das sind Menschen, die komplett aus der Gesellschaft herausgefallen sind.“ Viele der Motz-Verkäufer seien stark suchtkrank, sagte Braun: „Manchmal wundert es mich, dass nicht öfter etwas passiert.“ In der Regel werde er aber nur zwei bis drei Mal im Jahr von der Polizei kontaktiert, weil Motz-Verkäufer auffällig wurden. Auch eine Sprecherin der BVG bestätigte, es gebe äußerst selten Schwierigkeiten mit Verkäufern von Straßenzeitungen. Die in der jüngeren Vergangenheit bekannt gewordenen Übergriffe auf BVG-Fahrer hätten sich zudem nicht in U-Bahnen, sondern ausnahmslos in Bussen und Straßenbahnen ereignet.müh

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