Beutekunst : Gläserne "Bilderbibel" feierlich eingeweiht

Die von sowjetischen Offizieren 1946 verschleppten Fenster sind fünf Jahre nach ihrer Rückkehr wieder vollständig restauriert und eingebaut. Auf einem Festakt in der Marienkirche zu Frakfurt (Oder) wurden sie heute eingeweiht.

Frankfurt/OderFünf Jahre nach ihrer Rückkehr aus Russland ist die gläserne "Bilderbibel"der Marienkirche in Frankfurt (Oder) wieder eingebaut. Auf einem Festakt mit mehreren 100 Gästen wurden die drei mittelalterlichen Bleiglasfenster eingeweiht. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, sprach ein Segenswort.

Die 1946 von sowjetischen Kulturoffizieren verschleppten Fenster waren am 29. Juni 2002 als erstes größeres Beutekunstgut überhaupt nach Deutschland zurückgekehrt. Seither flossen laut Stadtverwaltung knapp 1,1 Millionen Euro in die Restaurierung der zwölf Meter hohen Fenster. Die Gelder kamen von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, von Bund, Land und Stadt sowie aus Spenden.

Nachdem das Christusfenster schon vor zwei Jahren eingeweiht worden war, wurden jetzt auch das Schöpfungsfenster und das laut Kunstexperten einzigartige Antichristfenster wieder eingebaut. Die zwischen 360 und 1370 entstandenen Marienkirchfenster geben einer Bilderbibel gleich die Schöpfungsgeschichte wieder. Das fünfschiffige Gotteshaus, dessen Nutzung die Stadt 1976 für 99 Jahre übernommen hat, soll künftig Ort für Konzerte, Ausstellungen und Tagungen sein. (mit ddp)