Bielefeld-Stuttgart : Bielefeld gewinnt und präsentiert einen neuen Trainer

Interimstrainer Detlev Dammeier hat Bielefelds "schwarze Serie" von drei Niederlagen in der Fußball-Bundesliga beendet und der Arminia neue Hoffnung im Abstiegskampf beschert. Seinen Trainertstuhl wird er trotzdem räumen müssen, heute wurde sein Nachfolger vorgestellt.

Carsten Lappe
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Beflügelt. Artur Wichniarek trifft zwei Mal. -Foto: ddp

BielefeldZum Hinrunden-Abschluss besiegten die Ostwestfalen den deutschen Meister VfB Stuttgart mit 2:0 (0:0). Fünf Tage nach der Entlassung von Trainer Ernst Middendorp schossen Jonas Kamper (79. Minute) und Artur Wichniarek (90.+2) vor 20.600 Zuschauern die Tore. Unterdessen

Stuttgarts Pavel Pardo sah in der 73. Minute nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Kurz vor Ende der Partie schickte Schiedsrichter Manuel Gräfe auch dessen mexikanischen Landsmann Ricardo Osorio mir Rot (85.) nach grobem Foul vom Feld.

Stuttgart verliert die Uefa-Cup Ränge aus dem Blick

Kurz nach dem Abpfiff präsentierten die Ostwestfalen Michael Frontzeck als neuen Trainer. Nachdem der sonstige Oberliga-Coach Dammeier die Arminia zum Hinserien-Abschluss erfolgreich betreut hatte, übernimmt der 43 Jahre alte Ex-Nationalspieler Frontzeck nun das Ruder. Der neue Coach, der am 19. Mai vom Trainerposten beim Bundesliga-Absteiger Alemannia Aachen zurückgetreten war, erhält einen vom 1. Januar 2008 an gültigen Vertrag bis zum 30. Juni 2009.

"Unser neuer Trainer nimmt sein Amt mit dem ersten Training am 4. Januar 2008 auf", sagte Arminias Geschäftsführer Reinhard Saftig über den neuen Hoffnungsträger. Frontzeck kann nach dem ersten Sieg seiner neuen Mannschaft seit gut einem Monat weitaus beruhigter arbeiten, zumal die Arminia dank des Erfolges auf einem Nicht-Abstiegsplatz überwintern kann. Der VfB bleibt durch die sechste Auswärts-Schlappe der Saison auf dem achten Platz, hat die Uefa-Cup-Ränge aber wieder aus dem Blick verloren.

Bielefeld druckreich

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Michael Frontzeck hat eine neue Aufgabe. -Foto: ddp


In Bielefeld hatte Stuttgarts Trainer Armin Veh Pech, als er bereits in der ersten Halbzeit Serdar Tasci (34.) und Ludovic Magnin (38.) verletzungsbedingt gegen Roberto Hilbert und Arthur Boka austauschen musste. Der Meister stand von Beginn an unter großem Druck der Arminia, die - angefeuert von eigenen Fans - großen Druck entfachte. Die beste Chance vergab der starke Sibusiso Zuma in der 35. Minute mit einem scharfen Schuss aus 25 Metern. Einem Abseitstor von Wichniarek (30.) versagte Schiedsrichter Manuel Gräfe zuvor die Anerkennung. Für Stuttgart vergab Pardo (25.) die beste Möglichkeit ebenfalls mit einem Weitschuss.

Auch nach dem Wechsel blieben die Hausherren spielbestimmend. Zuma schoss in der 65. Minute aus elf Metern über das Tor. Gegen die dezimierten Stuttgarter erspielte sich Bielefeld weitere zahlreiche Möglichkeiten und siegte letztlich verdient. Die Schwaben waren sauer auf Referee Gräfe. «Wir waren nicht gut, aber der Schiedsrichter hat heute mindestens drei Fehlentscheidungen getroffen. Das ist nicht tragbar», monierte VfB-Manager Horst Heldt. Und ergänzte: "Der Schiedsrichter wollte vom Neben- zum Hauptdarsteller werden. Das ist für mich skandalös." (mist/dpa)