Bierbrauer : Warsteiner schluckt Herforder

Die Übernahmewelle auf dem deutschen Biermarkt hat mit der Herforder Brauerei ein weiteres traditionsreiches Familienunternehmen erfasst. Auch die Radeberger-Gruppe soll Interesse gezeigt haben.

Warstein/HiddenhausenDie Übernahmewelle auf dem deutschen Biermarkt hat mit der Herforder Brauerei ein weiteres traditionsreiches Familienunternehmen erfasst. Das ostwestfälische Unternehmen mit einem Gesamtausstoß von mehr als 500.000 Hektolitern und rund 50 Millionen Euro Umsatz im Jahr wird zum 1. Juli in die Warsteiner Gruppe integriert. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Warsteiner hatte erst vor gut zwei Jahren den Düsseldorfer Altbierhersteller Frankenheim mehrheitlich übernommen. Presseberichten zufolge hatte auch der Marktführer Radeberger Gruppe Interesse an der Herforder Brauerei.

"Bei der Herforder Brauerei handelt es sich um ein gesundes und schuldenfreies Unternehmen", erklärte Warsteiner-Eigentümer Albert Cramer. Ziel sei, die Warsteiner Gruppe zu einem nationalen und internationalen Getränkeverbund auszubauen. Nach den Worten des Geschäftsführenden Gesellschafters der Herforder Brauerei, Karl Fordemann, haben alle Gesellschafter der Herforder Brauerei begrüßt, dass Herforder ein familiengeführtes Unternehmen bleibe. "Für uns als bisherige Gesellschafter ist die Entscheidung für die Warsteiner Gruppe die überzeugendste Option", unterstrich er. Branchenbeobachtern zufolge stehen vor allem Brauereien mit einem Jahresausstoß zwischen 500.000 und 1 Million Hektolitern im Fokus großer Brauunternehmen, die im deutschen Biermarkt wachsen wollen.