Der Tagesspiegel : Bildung: Erst die Ausbildung und dann...

Thorsten Metzner

Vor neuen Jobs steht eine gute Ausbildung - das wurde klar formuliert auf dem 3. PNN-Potsdam-Forum über "Kernfaktoren für neue Arbeitsplätze". Die Aufstockung der Hochschulausgaben - dabei ist Brandenburg bundesweites Schlusslicht - sei "die einzige Chance für einen selbsttragenden Aufschwung in Ostdeutschland", sagte Potsdams Oberbürgermeister Matthias Platzeck vor rund 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

In einer Live-Schaltung aus dem amerikanischen Palo Alto forderte der SAP-Vorstandsvorsitzende Hasso Plattner einen Handelsboykott gegen Staaten, die den Terrorismus unterstützen. "Auch die Wirtschaft, auch die Unternehmen müssen sich jetzt entscheiden, mit wem sie Geschäfte machen", sagte Plattner, der in seinem mit besonderer Spannung erwarteten Hauptreferat der Tagung zunächst auf die Terror-Katastophe in Amerika einging. Diese seien ein "Wendepunkt" für die globale Welt, "die zu klein, zu verletzlich geworden ist, um solche Unmenschlichkeit ertragen zu können". Nach Worten des SAP-Vorstandschefs wird der befüchtete Einbruch in der Weltwirtschaft "vielleicht ausbleiben, weil sich in Amerika nach dem Terroranschlag ein trotziges Jetzt-erst-recht breitmacht."

Laut Plattner bleibt es ein "Kernproblem" der Gesellschaft, wie die Wirtschaft angekurbelt werden könne. Um dies zu erreichen, sei im globalen Zeitalter mit einem immer schärferen Wettbewerb zwischen den Regionen vor allem eine massive Förderung von Universitäten und Hochschulen unerlässlich. "Es muss in die Ausbildungskultur investiert werden", mahnte Plattner. Es reiche nicht, dass Potsdam eine Universität habe. Die müsse so attraktiv sein, "dass die Besten der Welt dorthin gehen".

Zuvor hatte Matthias Platzeck, zugleich SPD-Landesvorsitzender, sich für eine Erhöhung der Hochschulausgaben im Landeshaushalt ausgesprochen. Als Chance für neue Arbeitsplätze in Brandenburg bezeichnete Platzeck den EU-Beitritt Polens, der zwar gründlich vorbereitet sein müsse, aber "nicht auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben" werden dürfe. "Brandenburg wird nach dem EU-Beitritt Polens attraktiver, auch für ausländische Kapitalanleger", erklärte Regierungschef Manfred Stolpe, der für eine engere Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen in Brandenburg warb. Um den Standort attraktiver zu machen, sei auch das "noch entwicklungsfähige Dienstleistungsbewusstsein" zu verbessern.

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