Bildungspolitik : Schavan plädiert für einheitliche Schulbücher

Bildungsministerin Annette Schavan will durch die Nutzung einheitlicher Lehrmaterialien in den Bundesländern keinen "Einheitsbrei" schaffen, sondern eine bessere "Vergleichbarkeit" erreichen.

Annette Schavan Foto: Mike Wolff
Forschungsministerin Annette Schavan über ihre Bildungsoffensive.-Foto: Mike Wolff

Berlin Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) denkt laut Medienberichten nicht daran, die Länderzuständigkeit in der Bildungspolitik in Frage zu stellen. Es gehe der Ministerin nicht um zentralen "Einheitsbrei sondern, um bessere Vergleichbarkeit" der Bildung in 16 Bundesländern, sagte ihr Sprecher Elmar König vor Journalisten in Berlin.

Schavans Überlegungen über eine Vereinheitlichung der Schulbücher stünden im Zusammenhang mit der für den Herbst geplanten nationalen Bildungsoffensive der Bundesregierung. Vorrangig gehe es darum, die Bildungspotenziale in der Bevölkerung besser zu nutzen und unter anderem die Zahl der Schul- und Studienabbrecher deutlich zu reduzieren. Nach dem Jahr der Geisteswissenschaften plane Schavan für 2008 das Jahr der Mathematik. Davor wolle die Ministerin mit den Ländern reden, wie der Mathematik-Unterricht verbessert werden könne. Dabei könne auch darüber gesprochen werden, ob man sich nicht besser auf weniger Schulbücher konzentrieren sollte.

Schavan hatte am Wochenende in Medien für mehr einheitliche Schulbücher in Deutschland plädiert. "Ich finde, es ist schwer erklärbar, dass ein Mathematikbuch für die fünfte Klasse in Deutschland in zig Auflagen unterschiedlich nach Ländern existiert", hatte Schavan in der ARD gesagt. Im "Tagesspiegel" hatte sie eine nationale "Qualifizierungs-Offensive" angekündigt. Die Mitwirkung der Bundesregierung im Bereich der Schule - nach der Föderalismusreform ausschließlich Sache der Länder - hatte Schavan mit der "gesamtstaatlichen Verantwortung" des Bundes gerechtfertigt und die Länder vor einer Blockade gewarnt. (mit dpa)