Bildungsträger in Erklärungsnot : Schüler werfen Educon Vertragsbruch vor

Die Probleme bei dem ins Zwielicht geratenen privaten Bildungsträger Educon sind offenbar weit größer als bislang öffentlich bekannt. In der Potsdamer Schule des Unternehmens sollen Dozenten zum Teil seit Monaten nicht bezahlt worden sein, der Unterricht fiel aus.

Henri Kramer

Berlin/Potsdam - Die Probleme bei dem ins Zwielicht geratenen privaten Bildungsträger Educon sind offenbar weit größer als bislang öffentlich bekannt. In der Potsdamer Schule des Unternehmens sollen Dozenten zum Teil seit Monaten nicht bezahlt worden sein, Unterrichtsausfall sei die Folge: Diese Vorwürfe erhoben Educon-Schüler am gestrigen Dienstag während einer Pressekonferenz, zu der die Firma eingeladen hatte, um sich gegen die erhobenen Vorwürfe des Subventionsbetrugs zu verteidigen.

Doch dieser Plan ging nur halb auf. Kurz nach Beginn der Konferenz, die in dem Berliner Hotel „Berlin, Berlin“ abgehalten wurde, erschienen rund 15 Schüler unterschiedlicher Fachrichtungen der Potsdamer Educon-Berufsschule. Die Jugendlichen, die nach eigenen Angaben aus Sorge vor angedrohten Verleumdungsklagen ihre Namen nicht nennen wollten, erhoben neue Vorwürfe gegen das Geschäftsgebaren der Unternehmensspitze. „Die Verträge mit uns sind gebrochen worden“, sagte eine Schülerin. Dozenten hätten zum Teil seit Februar kein Honorar mehr erhalten, etliche Stunden seien ausgefallen, nur ehrenamtliches Engagement habe den Schulbetrieb noch ermöglicht. Ein Lehrer stehe wegen des ausgebliebenen Gehalts kurz vor der Privatinsolvenz, hieß es. Ebenso kritisierten die Schüler, dass zur Pressekonferenz kein Mitglied der Geschäftsführung des Unternehmens erschienen war, sondern nur zwei Anwälte und der pädagogische Direktor der Potsdamer Educon-Schule. Unisono bestritten die alle erhobenen Vorwürfe.

Wie berichtet, hat das brandenburgische Bildungsministerium Anfang Juni drei staatlich geförderten Educon-Berufsfachschulen geschlossen. Der Schulträger soll zu hohe Schülerzahlen angegeben haben, um Zuschüsse in Millionenhöhe zu kassieren. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hatte im Mai Educon-Häuser durchsucht, gegen frühere und jetzige Mitglieder der Unternehmensführung wird wegen Subventionsbetrugs ermittelt. HK

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