Billiglöhne : Wal-Mart-Tochter tritt Arbeiterrechte mit Füßen

Eine Wochenarbeitszeit von 84 Stunden und Gewerkschaftsverbot: Unter diesen Bedingungen stellen in Bangladesh Arbeiter Bekleidung für das Textilunternehmen Asda her. Wal-Mart als Mutterkonzern will den Vorwürfen nachgehen.

Asda
Preiskampf auf Rücken der Arbeiter? In Bangladesh produziert Asda zu günstigsten Bedingungen. -Foto: AFP

LondonDie britische Textilshop-Kette Asda, eine Tochter des US-Konzerns Wal-Mart, soll in ihren Fabriken in Bangladesch die Rechte der Arbeiter mit Füßen getreten haben. Die britische Zeitung "Guardian" veröffentlichte Recherchen aus sieben Textilfabriken in Bangladesch, wonach die Arbeiter dort bis zu 84 Stunden pro Woche für Billiglöhne schuften müssen. Der Beitritt oder die Gründung einer Gewerkschaft sei ihnen verboten worden, sagten mehrere Arbeiter der Zeitung; vier von ihnen seien in den vergangenen Monaten entlassen worden, weil sie versucht hatten, eine Arbeitnehmervertretung zu organisieren.

Ein Asda-Sprecher sicherte die Überprüfung aller Vorwürfe zu. "Für uns ist Missbrauch jeder Art inakzeptabel." Eine der Fabriken, die alle bis zu dreimal im Jahr kontrolliert würden, habe den Asda-Auftrag anscheinend an eine dritte Fabrik vergeben, "ohne unser Wissen und entgegen unserer Wünsche". Ein Fabrikbesitzer aus Bangladesch sagte der Zeitung, seine Auftraggeber aus den USA und aus Deutschland ließen ihm keine andere Wahl als Billigstlöhne: "Diejenigen, die hierher kommen, sagen uns: 'Wir sind Geschäftsleute, wir wollen Geld verdienen. Wenn es in China billiger ist zu produzieren, gehen wir eben nach China.'" (mit AFP)