Birma : Suu Kyi spricht erstmals wieder mit Parteiführung

Nach mehr als drei Jahren in nahezu völliger Isolation ist die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi mit Vertretern ihrer Partei zusammengetroffen. Die Militärjunta erlaubte ihr das Treffen.

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Aung San Suu Kyi -Foto: AFP

RangunDie birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat sich erstmals seit drei Jahren mit der Führung ihrer Nationalen Liga für Demokratie (NLD) unterhalten können. Suu Kyi sei in einem Gästehaus der Regierung in Rangun mit drei Vorstandsmitgliedern zusammengetroffen, teilte die NLD mit.

Die Friedensnobelpreisträgerin, die seit 18 Jahren zumeist unter Hausarrest stand, wurde zu dem Treffen von einem Abgesandten der Militärjunta begleitet: Arbeitsminister Aung Kyi ist seit Oktober damit beauftragt, zu der Oppositionsführerin Kontakt zu halten. Am 25. Oktober hatte er Suu Kyi erstmals aufgesucht.

Suu Kyi sprach nach den NLD-Angaben zunächst mit dem Arbeitsminister. Vermutlich habe die anschließende Begegnung mit den Vorstandsmitgliedern der Partei unter den Augen des Ministers stattgefunden, hieß es. Die Gespräche in dem Gästehaus dauerten etwa zweieinhalb Stunden.

Kyis arbeitet "im Intresse der Nation" mit der Junta zusammen

Nach einem sechstägigen Aufenthalt war am Donnerstag der UN-Sondergesandte Ibrahim Gambari aus Birma abgereist. In Singapur verlas Gambari eine Erklärung Suu Kyis, in der diese sich bereit erklärte, "im Interesse der Nation" mit der Junta zusammenzuarbeiten. In dem von Gambari verlesenen Text erklärt Aung San Suu Kyi: "Im Interesse der Nation bin ich bereit, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, damit dieser Dialogprozess ein Erfolg wird".

Zugleich dankte sie der Uno für deren Vermittlung. Gambari war Stunden zuvor in einer Residenz der Militärregierung in Rangun mit der Friedensnobelpreisträgerin zusammengetroffen. Die Uno erklärte, jetzt sei ein Prozess im Gang, der "je früher, desto besser" zu einem "wichtigen Dialog" zwischen der Regierung und Suu Kyi führen könne. Gambari sei eingeladen worden, erneut nach Birma zu kommen und werde dies möglicherweise "in den kommenden Wochen" tun.

Am Sonntag reist auch der UN-Menschenrechtsbeauftragte Paulo Sergio Pinheiro, dem seit 2003 die Einreise verwehrt worden war, für fünf Tage nach Birma. Er will unter anderem ermitteln, wieviel Menschen bei der Niederschlagung der von Mönchen angeführten Protestbewegung gegen die Junta Ende September getötet wurden und sich für die Freilassung der zahlreichen festgenommenen Regierungskritiker einsetzen. (mit AFP)