Bischof Huber : "Groß angelegte Moscheebau-Initiative"

Der Berliner Bischof Wolfgang Huber fragt, ob es sich bei den Moscheebauten nicht "um weitergehende Machtansprüche" handelt. Weiter sagt er, "wer sich auf die Religionsfreiheit beruft, muss auch die anderen Aussagen unserer Verfassung akzeptieren."

Berlin"Die Frage muss erlaubt sein, inwieweit es sich dabei um die legitime Befriedigung religiöser Bedürfnisse handelt oder ob weitergehende Machtansprüche damit verbunden sind", sagte Huber heute vor Journalisten in Berlin.

Fest stehe, dass gegenwärtig mehr Moscheen neu gebaut würden als bisher existierten. Nach Angaben des Islamarchivs in Soest sind in Deutschland zurzeit 184 Moscheen im Bau oder in Planung. Bereits genutzt würden 159 Moscheen. Dabei handelt es sich um "Klassische Moscheen", die durch Kuppeln oder Minarette auch von außen erkennbar seien. Dazu kommen etwa 2600 Gebets- und Versammlungshäuser und außerdem Schulmoscheen und islamische Gebetsstätten.

Mitverantwortung für die Wahrung der Religionsfreiheit

Huber betonte, Religionsfreiheit sei immer auch die Freiheit des Andersgläubigen. "Wir selbst können unser Verständnis von Freiheit nicht davon abhängig machen, ob sie in anderen Ländern gewährt wird oder nicht." Das schließe natürlich auch den Bau von Moscheen hierzulande ein. "Es ist doch besser, Muslime bewegen sich in ihren Moscheen als in irgendwelchen Hinterhöfen", meinte der Bischof.

Allerdings trügen auch die Angehörigen anderer Religionen eine Mitverantwortung für die Wahrung von Religionsfreiheit und Toleranz. "Wer sich auf die Religionsfreiheit beruft, muss auch die anderen Aussagen unserer Verfassung akzeptieren. Die Gleichbehandlung von Mann und Frau gehört ebenso dazu wie die Freiheit, die Religion zu wechseln. Keine Religion kann Gewalt rechtfertigen", betonte Huber in seinem Buch dazu. (mit dpa)