Bleihaltiges Spielzeug : Rückrufe bescheren Mattel riesigen Image-Schaden

Der neuerliche Rückruf von Mattel-Spielzeug setzt den US-Konzern zunehmend unter Druck. Die Billig-Importe von Kleinteilen könnten das Unternehmen teuer zu stehen kommen. Auch die EU will Waren aus China strenger kontrollieren.

Mattel
Mattel in der Krise: Die Rückrufe schaden dem Spielzeug-Hersteller. -Foto: AFP

El Segundo/Dreieich Mattel kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus: Erneut hat der US-Konzern Hunderttausende seiner in China produzierten Artikel wegen verwendeter bleihaltiger Farbe zurückgerufen. Betroffen sind insgesamt elf Produkte der Marken Barbie, Fisher-Price und Geotrax. Für das Unternehmen wächst sich der Skandal um das giftige China-Spielzeug langsam zu einem ernsten Problem aus. Auch wenn die betroffenen Zulieferer sofort ausgemustert wurden, der Image-Schaden ist erst mal gewaltig.

Es handele sich vor allem um Zubehörteile, die zwischen Juli 2006 und August 2007 gefertigt wurden, hieß es. Barbie-Puppen seien nicht betroffen. Weltweit werden diesmal knapp 850.000 Spielzeuge zurückgerufen, in Deutschland sind es nach Unternehmensangaben 38.000 Stück. "Die Konsequenz daraus ist, dass verschiedene Zulieferer jetzt keine Spielzeuge mehr für Mattel fertigen", sagte Mattel-Chef Robert Eckert.

Kleinteile von Barbie und Geotrax betroffen

In Deutschland gilt der Rückruf für acht einzelne Kleinteile von Zubehörprodukten der Marken Barbie und Geotrax, darunter Barbie-Möbel und die Lokomotive eines Geotrax-Güterzuges. Die neuerliche Rückrufaktion gehe auf die verschärften Kontrollen des Unternehmens zurück, die Mattel Anfang August nach Bekanntwerden der ersten Fälle gesundheitsgefährdender Spielwaren eingeführt habe, sagte Eckert.

In den vergangenen fünf Wochen hat Mattel mit drei Rückrufaktionen insgesamt etwa 21 Millionen in China hergestellte Spielzeuge wegen möglicher gesundheitlicher Gefahren vom Markt genommen. Auch der US-Spielwarenhändler Toys "R" Us musste wegen zu hohen Bleigehalts oder gefährlicher Magnete Millionen Spielwaren und Baby-Lätzchen aus China zurückgerufen. Das US-Handelsunternehmen Martin Designs rief rund eine Viertelmillion in China hergestellter Kinder-Adress- und Notizbücher zurück.

Streit zwischen EU und China

Nach dem jüngsten Skandalen um gefährliche Waren aus chinesischer Produktion kocht der Streit zwischen der EU-Kommission und der chinesischen Regierung wieder hoch. In den USA und der EU hatten giftige Zahnpasta, Tierfutter mit Zusatzstoffen, gefährliche Arzneimittel und Meeresfrüchte aus China für Aufregung gesorgt hatten. Die Hälfte der 2006 beanstandeten Waren in der EU stammen aus China. Deutsche Verbraucherschützer forderten bereits ein Importverbot für chinesische Produkte.

Zu dem US-Spielzeugkonzern Mattel Inc. gehören Marken wie Barbie, Fisher-Price, Hot Wheels und Matchbox. Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen El Segundo beschäftigt über 30.000 Menschen in 43 Ländern. (mit dpa)