Der Tagesspiegel : Blumen für das Belvedere

Das Schloss auf dem Pfingstberg ist schon jetzt ein Publikumsmagnet. Nun werden Paten für die Gestaltung des Parks gesucht

Erhart Hohenstein

Wie beliebt das Belvedere auf dem Pfingstberg ist, konnte der Förderverein am Neujahrstag feststellen. Über 500 Menschen nutzten die außerplanmäßige Öffnung zu einem Besuch. Der Vereinsvorsitzende Wieland Eschenburg ist jedenfalls zufrieden: Im zu Ende gegangenen Jahr kamen 113 000 Besucher und damit mehr als doppelt so viele wie 2002.

„Als wir nach dem Ostturm Ende Juni 2003 den sanierten Westturm als Aussichtspunkt eröffnen konnten, hatten wir zunächst nur mit einem kurzfristigen Besucheransturm gerechnet", erklärt Eschenburg. „Erfreulicherweise hat er aber die ganze Saison über angehalten." Die wachsenden Einnahmen lassen den Verein, der durch seine Mitglieder das Belvedere und den Pomona-Tempel weitgehend ehrenamtlich betreut, optimistisch an ein neues großes Vorhaben herangehen. Die Vereinsmitglieder möchten das Kutscher- oder das Gärtnerhaus der Villa Lepsius an der Großen Weinmeisterstraße zum Vereinssitz ausbauen lassen. „Wir werden den Aufwand für beide Gebäude untersuchen lassen und die günstigste Variante auswählen", kündigt Wieland Eschenburg an. „Beim Kutscherhaus wäre der Wiederaufbau des anschließenden Pferdestalls notwendig, um Platz für einen Versammlungs- und Schulungsraum zu gewinnen."

Daneben möchte der Verein auch seinen Beitrag zum Themenjahr „Parks und Gärten" leisten, das vom „Kulturland Brandenburg" für 2004 ausgerufen worden ist. „Nachdem wir uns bis jetzt vornehmlich um die Gebäude gekümmert haben, wollen wir nun auch verstärkt zur Pflege des Pfingstbergparks beitragen", sagt der Vereinsvorsitzende. „Wir wissen um die personellen und finanziellen Engpässe der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten auf diesem Gebiet. Beispielsweise könnten Interessenten als Sponsoren die Patenschaft über ein Blumenbeet oder ein Rasenstück übernehmen." Ab dem Frühjahr werden auch die restlichen Bauarbeiten am Belvedere weitergehen. Sie betreffen die beiden je etwa 30 Meter langen und zehn Meter hohen Flügelmauern mit den abschließenden Torhäuschen, die dem Aussichtsschloss vorgelagert sind.

Sie müssen stabilisiert und neu verfugt werden, ebenso wird der Ersatz schadhafter Kalksteine notwendig. Die Balustraden auf den Mauern werden wiederhergestellt. An den Westarkaden steht das Anbringen der 32 aus Zinkguss bestehenden Kapitelle bevor. Sie werden in Einzelteilen nachgegossen und im Frühsommer an Ort und Stelle montiert.

Wieland Eschenburg schätzt, dass spätestens 2006 der Reiz des Neuen abklingen und der Pfingstberg dann nur eines von vielen attraktiven Ausflugszielen in Potsdam und Umgebung sein wird. Bange sei dem Verein davor nicht. Er werde weiter auf sein vielseitiges Programm „Kultur in der Natur" setzen, das von Theater im Innenhof über Konzerte bis zu Märchenlesungen auf dem Dach des Pomonatempels reicht. Für 2004 wird an diesem Programm noch gestrickt. Erwogen wird jedoch bereits, passend zum Ort die Potsdamer Turmbläser stärker einzubeziehen und für das Sommertheater im Innenhof Goldonis „Diener zweier Herren" als Inszenierung des Potsdamer Hans Otto Theaters auszuwählen.

Auf jeden Fall wird es wieder die „Mondnächte" geben, die im Vorjahr zum Renner wurden. Jeweils am letzten Freitag vor Vollmond erhalten die Besucher dabei Gelegenheit, ohne großes Programm die zauberhafte nächtliche Atmosphäre auf dem Pfingstberg zu genießen und vom Alltagsstress auszuspannen.

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