Bodenreform : Nach der Wiedervereinigung griff das Land zu

Die Bodenreform von 1945 stand am Anfang der Neuordnung der Eigentumsverhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostdeutschland. Unter der Losung „Junkerland in Bauernhand“ wurde in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) – der späteren DDR – Großgrundbesitz über 100 Hektar enteignet. Dazu kam Grund und Boden von Kriegsverbrechern und Nazi-Führern. Insgesamt war ein Drittel der Wirtschaftsfläche östlich der Elbe betroffen.

Die Flächen wurden an 500000 Landarbeiter, landlose oder landarme Bauern, Umsiedler, Arbeiter und Handwerker verteilt. Viele „Neubauern“ erhielten jedoch nur kleine Parzellen, auf denen sie nicht wirtschaftlich arbeiten konnten. Dies führte schließlich zum zwangsweisen Zusammenschluss in den „Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften“ (LPG).

Nach der Wiedervereinigung wurde das ostdeutsche „Volkseigentum“ wieder in Privateigentum umgewandelt. Für die ehemaligen Bodenreform-Grundstücke wurde festgelegt, dass sie nur an diejenigen rückübertragen werden sollten, die in der DDR landwirtschaftlich tätig waren – oder deren Erben, sofern sie ebenfalls landwirtschaftlich tätig waren. Und nur dann, wenn es solche Personen nicht gäbe, fiele das jeweilige Grundstück der Regelung zufolge dem Land zu – und auch das nur, sofern dieses seinen Anspruch bis Oktober 2000 gesichert hätte.

In Brandenburg gab es 1990 ungefähr 80000 Bodenreform-Immobilien. Und bei 10000 von ihnen trug sich das Land offenbar bis Oktober 2000 als Eigentümer ins Grundbuch ein, ohne ernsthaft nach einem Erben gesucht zu haben. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar