Börse : China verleiht dem Dax Auftrieb

Das Konjunkturprogramm der Chinesen macht auch den deutschen Akteinmärkten Hoffnung: Der Dax ging am Mittwoch nach drei Verlusttagen in Folge mit deutlichen Gewinnen aus dem Handel. Mehr als fünf Prozent legte der Leitindex zu.

Frankfurt/MainAls Antrieb verwiesen die Börsianer auf Hoffnungen, wonach die chinesische Regierung ihr Konjunkturprogramm ausweiten könnte. Der Leitindex verbuchte am Ende ein sattes Plus von 200,22 Punkten oder 5,42 Prozent auf 3890,94 Zähler, nachdem er am Dienstag noch so tief wie seit Oktober 2003 nicht mehr geschlossen hatte. Für den MDax mittelgroßer Werte ging es um 4,57 Prozent auf 4557,12 Zähler nach oben. Der Auswahlindex für Technologiewerte TecDax stieg um 4,69 Prozent auf 439,67 Punkte.

Am Frankfurter Aktienmarkt legten insbesondere Werte wie Salzgitter oder Daimler zu, die derzeit über eine sehr günstige Bewertung verfügten, sagte Analyst Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank. Die Aussicht auf eine mögliche Ausweitung des chinesischen Konjunkturprogramms wirke sich hier zusätzlich stimulierend aus. Bei dem Stahlhersteller und dessen Wettbewerber ThyssenKrupp führte darüber hinaus eine positiv aufgenommene Studie über den Konkurrenten ArcelorMittal zu sehr festen Kursen, sagten Händler. So kletterten die Aktien von Salzgitter an der Dax-Spitze um 11,08 Prozent auf 50,63 Euro, und ThyssenKrupp-Titel legten um 10,17 Prozent auf 14,84 Euro zu. Daimler-Papiere rückten um 9,88 Prozent auf 19,635 Euro vor.

Einige Unternehmen der zweiten Reihe gerieten derweil nach Vorlage von Geschäftszahlen stark in Bewegung. Aktien des Duft- und Geschmacksstoffspezialisten Symrise etwa setzten sich mit einem Kurssprung von 18,73 Prozent auf 8,43 Euro an die Spitze des MDax. Händler und Analysten bewerteten die Zahlen als "besser als erwartet".

Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 rutschte hingegen im Geschäftsjahr 2008 wegen einer Abschreibung auf den 2007 übernommenen Konkurrenten SBS tief in die roten Zahlen. Anleger quittierten die Nachricht mit Verkäufen. Die Aktien fielen um 7,87 Prozent auf 1,17 Euro. Zudem droht den Papieren der Rauswurf aus dem MDax. Darüber entscheidet an diesem Abend die Deutsche Börse. Papiere von Klöckner & Co (KlöCo) stürzten angesichts einer angekündigten Dividendenstreichung gar um genau 14,00 Prozent auf 7,19 Euro ab. Nordex-Titel wiederum sprangen jedoch nach starken Jahreszahlen um 18,32 Prozent auf 8,59 Euro hoch und waren der gefragteste Wert im TecDax.

Dax bald ohne Infineon und Postbank?

Bezüglich der Index-Entscheidungen der Deutschen Börse wird schließlich damit gerechnet, dass Infineon und Postbank aus dem Dax herausfallen und dafür Hannover Rück und Fresenius aufgenommen werden. Infineon dürften sich künftig im TecDax wiederfinden und die Aktien der Postbank im MDax. Sowohl Fresenius als auch Hannover Rück gaben gegen den Markttrend nach. Die Titel von Infineon gingen prozentual kaum verändert aus dem Handel, während die Postbank-Aktien Gewinne verbuchten.

Der EuroStoxx 50 stieg um 4,22 Prozent auf 1943,46 Punkte. Auch in London und Paris schlossen die Börsen deutlich im Plus. In den USA notierten die wichtigsten Indizes zum Börsenschluss in Europa ebenfalls in der Gewinnzone.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,85 (Dienstag: 2,81) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,19 Prozent auf 122,82 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,79 Prozent auf 124,36 Punkte. Der Kurs des Euro stieg und notierte zuletzt bei 1,2610 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,2555 (1,2615) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7965 (0,7927) Euro. (küs/dpa)