Börsengang : Mehr als vier Milliarden für Blackstone

Die ohnehin schon gut gefüllten Kassen des Private-Equity-Unternehmens Blackstone werden um vier Milliarden Dollar voller. Das brachte der bisher erfolgreiche Börsengang ein. Mit dem Geld will das Unternehmen Schulden zurückzahlen und neue Übernahmen angehen.

New YorkDie riesige amerikanische Investmentfirma Blackstone Group LP hat bei ihrer Erstemission 4,13 Milliarden Dollar (3,1 Mrd Euro) erlöst. Der Privatinvestor legte den Ausgabekurs für den Verkauf von 133,33 Millionen Partnerschaftsanteilen auf 31 Dollar je Stück fest. Damit lag er am oberen Ende des angepeilten Preisrahmens von 29 bis 31 Dollar. Dies hat Blackstone mit Sitz in New York am späten Donnerstagabend bekannt gegeben. Es war der größte US-Börsengang seit fünf Jahren. Blackstone hat rund 12,3 Prozent an dem rasant expandierenden Unternehmen verkauft.

Die Einnahmen aus der Erstemission kommen vor allem den Blackstone-Gründern Stephen Schwarzman (60) und Peter G. Peterson (81) zu Gute. Sie erhalten im Zuge der Erstemission insgesamt rund 2,33 Milliarden Dollar. Das Geld soll auch für die Rückzahlung kurzfristiger Verbindlichkeiten sowie für bestehende Geschäftsbereiche und für zukünftige Investitionen verwendet werden.

Schwarzman behält einen Anteil von 23 Prozent. Der rund 7,8 Milliarden Dollar wert ist. Peterson bekommt knapp 1,9 Milliarden Dollar in bar für seine Anteile. Er behält einen Blackstone-Restanteil von vier Prozent im Wert von knapp 1,4 Milliarden Dollar.

Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar

Blackstone verwaltet Vermögenswerte von rund 88 Milliarden Dollar gegenüber nur 14 Milliarden Dollar vor sechs Jahren. Die Gesellschaft hatte im vergangenen Jahr dank des globalen Investmentbooms, billiger Zinsen sowie eines gewaltigen Kapitalzuflusses mit Firmenübernahmen und -beteiligungen sowie mit anderen Investments 2,3 Milliarden Dollar verdient. Die Gruppe hatte seit seiner Gründung im Jahr 1985 Unternehmen und Beteiligungen im Gesamtwert von mehr als 200 Milliarden Dollar erworben und in der Regel nach einigen Jahren wieder mit hohem Gewinn veräußert.

Google hatte bei seinem damals mit ebenso großer Spannung verfolgten Börsengang im August 2004 insgesamt 1,92 Milliarden Dollar erlöst. Blackstone war zum Emissionskurs insgesamt rund 33,6 Milliarden Dollar wert. Die Aktien der beiden Autoriesen General Motors und Ford sind vergleichsweise insgesamt rund 37 Milliarden Dollar wert. Die Aktien der Deutsche Bank werden momentan mit rund 78 Milliarden Dollar bewertet. Die Aktien des größten deutschen Kreditinstituts sind damit nur etwas mehr als doppelt so viel wert wie die von Blackstone mit einigen hundert Mitarbeitern.

Börsengang von Drohungen begleitet

Der Handel der Titel sollte unter dem Symbol "BX" an der New York Stock Exchange (NYSE) beginnen. Blackstone gewährte den Investoren eine 30-tägige Option zum Kauf von bis zu 20 Millionen weiteren Titeln.

Der Börsengang war von Drohungen aus dem Kongress begleitet, Steuererhöhungen für Investmentfirmen von 15 auf 35 Prozent vorzunehmen, wenn sie auch Finanzberatung durchführen. Mehrere Politiker hatten auch dringend eine Verzögerung der Blackstone- Erstemission verlangt.

Aktien im Wert von drei Milliarden nach China

Gleichzeitig mit dem Börsengang verkauft Blackstone nicht-stimmberechtigte Titel im Wert von drei Milliarden Dollar an eine Investmentfirma der Volksrepublik China. Ein Senator machte im Hinblick auf den chinesischen Einstieg Staatssicherheits-Bedenken geltend.

Die Citigroup und Morgan Stanley waren die weltweiten Koordinatoren des Börsengangs. Die Deutsche Bank war ebenfalls in großem Stil beteiligt. Insgesamt begleiteten 17 Investmentbanken den Börsengang.