Bologna-Reform : Professoren glauben nicht an Bachelor

Die Umstellung auf Bachelor und Master läuft deutschen Hochschullehrern zufolge bislang wenig erfolgreich: 62 Prozent glauben nicht, dass durch die Bologna-Reform die Qualität der Lehre besser geworden sei oder sich verbessern werde.

Das geht aus einer Umfrage des Gallup-Instituts unter Hochschullehrern in 31 europäischen Ländern hervor, die am Mittwoch in Brüssel vorgestellt wurde. Die Mehrheit (53 Prozent) der Hochschullehrer in Deutschland glaubt vielmehr, dass es besser gewesen wäre, die alten Studienmodelle beizubehalten. Das ist der höchste Wert im europäischen Vergleich.

Besonders der Bachelor hat bei den Befragten in Deutschland kein gutes Ansehen. Vier von zehn Hochschullehrern glauben nicht, dass Absolventen mit diesem Abschluss einen angemessenen Job finden.

Aber auch generell sehen Lehrende hierzulande weniger Notwendigkeit für das Einführen einheitlicher Standards im Bologna-Prozess als ihre Kollegen in anderen Ländern. In Deutschland äußerten sich 71 Prozent entsprechend, in den übrigen Ländern ergab die Umfrage dazu einen Schnitt von 82 Prozent.

Ziel des Bologna-Prozesses ist es, bis 2010 einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Für die Studie, die anlässlich einer Konferenz der europäischen Bildungsminister in der kommenden Woche präsentiert wurde, wurden Anfang 2007 rund 5800 Hochschullehrer in den 27 EU-Staaten und Kroatien, Island, Norwegen sowie der Türkei befragt. dpa

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