Der Tagesspiegel : Bombenentschärfung: Zweitausend müssen ihre Wohnungen verlassen - Züge werden umgeleitet

Oranienburg. Eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird am Mittwoch in Lehnitz bei Oranienburg (Oberhavel) entschärft. Rund zweitausend Anwohner im nördlichen Oranienburg und in Teilen von Lehnitz müssen vorübergehend ihre Wohnungen verlassen, sagte Ordnungsamtsleiter Hans Schultrich am Montag.

Zwei Häuser waren bereits unmittelbar nach dem Fund evakuiert worden. Der mit chemischem Langzeitzünder ausgestattete Sprengkörper liegt laut Schultrich auf einem Privatgrundstück in etwa fünf Metern Tiefe und war zunächst auf Luftbildern entdeckt worden.

Bei Sondierungen wegen eines Bauauftrages bestätigte sich der Verdacht. Während der Bombenentschärfung ist nach Angaben der Deutschen Bahn AG der Zugverkehr zwischen Birkenwerder und Oranienburg von 10 Uhr bis 15 Uhr eingeschränkt. Die Züge der InterRegio-Linie 34 (Rostock-Neustrelitz-Oranienburg-Berlin- Elsterwerda-Chemnitz) seien nicht betroffen, teilte die Bahn am Montag in Berlin mit. Sie werden zusätzlich in Birkenwerder halten und können zwischen Berlin-Ostbahnhof und Oranienburg auch mit Fahrscheinen des Verkehrsverbundes benutzt werden.

Die Züge des Regionalexpresses 5 fahren in dem Zeitraum aus Richtung Neustrelitz bis Oranienburg und wenden dort, aus Richtung Elsterwerda verkehren sie den Angaben zufolge bis Birkenwerder und wenden dort. Die RegionalBahn-Züge der Linie 12 beginnen in Oranienburg und halten nicht in Berlin-Hohenschönhausen und Berlin- Lichtenberg. Zwischen Oranienburg und Borgsdorf wird ein Busverkehr eingerichtet, zwischen Borgsdorf und Berlin fährt die S 1. Außerdem verkehrt die Regionalbahn 20 nur zwischen Hennigsdorf und Potsdam Hauptbahnhof.

Die Bombenentschärfung ist nach Auskunft von Schultrich die 72. in Oranienburg seit der Wende. Immer wieder mussten Tausende Anwohner für mehrere Stunden ihre Häuser verlassen. Zu größeren Zwischenfällen ist es bisher nicht gekommen. Die nördlich von Berlin gelegene Stadt war als Zentrum der deutschen Rüstungsindustrie im Zweiten Weltkrieg häufig Ziel von Bombenangriffen der Alliierten.

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