Bombodrom : Ausschuss will sich über Auswirkungen informieren

Der Streit um die Nutzung des ehemaligen Truppenübungsplatzes Bombodrom geht weiter: Nun will ein Ausschuss des Bundestages mögliche Folgen für Natur und Tourismus durch eine Wiederaufnahme durch die Bundeswehr prüfen.

Potsdam - Der Petitionsausschuss des Bundestages will den als Bombodrom bekannten ehemaligen Truppenübungsplatz bei Wittstock besichtigen. Das teilte die Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm (Grüne) mit. Der Ausschuss wolle sich über die möglichen Auswirkungen auf Natur und Tourismus im Falle einer Wiederinbetriebnahme des Luft-Boden-Schießplatzes informieren. Die Bundesregierung müsse nun Fakten zur geplanten Nutzung vorlegen, sagte Behm. Die Politikerin ist stellvertretendes Mitglied in dem Ausschuss.

Die Luftwaffe will den rund 12.000 Hektar großen früheren sowjetischen Truppenübungsplatz für Übungsflüge nutzen. Geplant sind rund 1700 Einsätze pro Jahr. Laut Bundeswehr ist das Übungsgelände wegen seiner Ausdehnung der einzige Platz in Deutschland, auf dem Kampfflugzeug-Besatzungen Einsätze unter realistischen Bedingungen trainieren können. Verwaltungsgerichte erließen mehrere vorläufige Übungsverbote gegen die Bundeswehr.

Die Gegner des Bombodroms haben sich in der Bürgerinitiative Freie Heide organisiert, an die im März der Göttinger Friedenspreis 2007 verliehen werden soll. Die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Platzeck und Harald Ringstorff (beide SPD), lehnen die Wiederinbetriebnahme des Truppenübungsplatzes ebenfalls ab. (tso/ddp)

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