Bombodrom : Rekordbeteiligung bei Protestwanderung

Mehr Menschen als je zuvor haben am Neujahrstag an der traditionellen Protestwanderung gegen die Wiederinbetriebnahme des so genannten Bombodroms in der Kyritz-Ruppiner Heide teilgenommen.

Schweinrich - Rund 2000 Menschen kamen am Montag zu der 103. Veranstaltung dieser Art, wie der Sprecher der Bürgerinitiative "Freie Heide", Benedikt Schirge, sagte. Im Vorjahr hatten etwa 1000 Menschen gegen den geplanten Truppenübungsplatz demonstriert.

Die Organisatoren sammelten Unterschriften für einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). In dem Schreiben wird eine Beteiligung der Bundeswehr an Aufklärungsflügen im Süden Afghanistans strikt abgelehnt.

Die Protestwanderung hatte mit einer musikalischen Andacht in der Dorfkirche begonnen. Danach spazierten die Teilnehmer zu einem zentralen Platz, wo ein Protestschild der Gemeinde enthüllt wurde und anschließend eine Kundgebung stattfand.

Proteste seit 15 Jahren

Seit 1. Januar 1992 hat die Bürgerinitiative laut Schirge das neue Jahr mit einer Protestwanderung in Schweinrich begonnen. Die Bundeswehr plant unweit von Wittstock wieder einen Luft-Boden-Schießplatz einzurichten. Verwaltungsgerichte erließen mehrere vorläufige Übungsverbote gegen die Bundeswehr.

Die Luftwaffe will den rund 12.000 Hektar großen früheren sowjetischen Truppenübungsplatz bei Wittstock für Übungsflüge nutzen. Geplant sind rund 1700 Einsätze pro Jahr. Nach Angaben der Bundeswehr ist das Übungsgelände wegen seiner Ausdehnung der einzige Platz in Deutschland, auf dem Kampfflugzeug-Besatzungen Einsätze unter realistischen Bedingungen trainieren können. (tso/ddp)

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