Boykott der Milchbauern : Erste Molkerei erhöht Preise

Die erste Molkerei hat nach Angaben des Bundesverbands deutscher Milchviehhalter den Milchpreis auf 43 Cent je Liter erhöht - und damit die Forderung der Milchbauern erfüllt. Auch an anderer Stelle wird den Forderungen der Bauern bereits nachgegeben.

Milch
Der Kampf um die Milchpreise dauert an. -Foto: dpa

Berlin/StuttgartDie Milchwerke Berchtesgadener Land-Chiemgau haben angesichts der sich verschärfenden Lieferengpässe eine Anhebung des Milchpreises zum ersten Juni beschlossen, teilte der BDM am Mittwoch mit. Mit dieser Aktion gehe die Molkerei in erhebliche Vorleistung, da beim Handel die hierfür notwendigen Preiserhöhungen erst durchgesetzt werden müssten, hieß es in der Mitteilung. Der BDM empfiehlt den Lieferanten der Milchwerke die Einstellung des Lieferboykotts - alle anderen Bauern sollten ihre Milch aber weiterhin auf dem Hof lassen.

Auch der erste Discounter hat sich bereit erklärt, die Milchpreise in seinen Filialen zu erhöhen. Der Großdiscounter Lidl will vom kommenden Montag an in seinen Filialen den Verkaufspreis je Liter um 10 Cent und für Butter je 250-Gramm- Päckchen um 20 Cent erhöhen. Dies erklärte der baden-württembergische Bauernverband im Anschluss an ein Gespräch, das der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, in Neckarsulm mit Lidl-Managern geführt hat. Ein Sprecher des Bauernverbandes sagte, jetzt müssten auch die anderen Handelsunternehmen dem Beispiel Lidls folgen. Die Molkereien seien jetzt gefordert, diese höheren Preise an die Milchbauern weiterzugeben.

Boykott geht vorerst weiter

Auch der Einzelhandelskonzern Rewe zieht nach und orientiert sich an den Preisangaben Lidls. "Wenn sich dieser Preis im Markt behaupten sollte, wird sich die Rewe-Group marktkonform verhalten", sagte Rewe-Sprecher Wolfram Schmuck am Mittwochabend.

Die deutschen Milchbauern wollen ihren Lieferstopp an die Molkereien zunächst aber fortsetzen. Die Ankündigung der Lebensmitteldiscounter, den Milchpreis anheben zu wollen, wertete Schaber zwar als Fortschritt. Dennoch reiche dies den Milchbauern noch nicht aus. Für diesen Donnerstag sei ein Gespräch zwischen dem BDM und dem Milchindustrieverband "in Aussicht gestellt". Er sei vorsichtig optimistisch, dass es dabei Fortschritte geben werde. (sba/dpa)