Brandenburg : Drei Anschläge behinderten Bahn-Verkehr

In Brandenburg gab es am Samstag drei gezielte Anschläge auf Signalanlagen der Deutschen Bahn. Es kam zu Verspätungen. Die Bundespolizei vermutet einen Zusammenhang mit dem Atomtransport nach Gorleben.

Klaus Kurpjuweit

Am Wochenende des elften Castor-Transports auf der Schiene vom französischen La Hague nach Gorleben in Niedersachsen hat es in Brandenburg drei Anschläge auf Bahnanlagen gegeben, die auch den Verkehr nach Berlin erheblich beeinträchtigten. Einen Zusammenhang mit den Atomtransporten schloss die Bundespolizei nicht aus.

Die Täter hatten Brände in Kabelkanälen gelegt, deren Leitungen Signale steuern. Weil die Signale deshalb ausgefallen waren, musste die Bahn Züge umleiten oder ausfallen lassen. Betroffen war auch der ICE-Verkehr von und nach Hamburg. Hier mussten die Züge den Umweg über Stendal nehmen, was die Fahrtzeiten um rund eine halbe Stunde verlängerte. Zwischen Nauen und Paulinenaue fielen von Betriebsbeginn bis etwa 10 Uhr die Züge im Regionalverkehr aus; stattdessen fuhren Busse. Die Reparaturarbeiten sollten bis zum frühen Abend dauern.

Einen Anschlag gab es auch auf die Nebenstrecke zwischen Beelitz-Heilstätten und Belzig. Auch hier fielen bis zum späten Vormittag die Züge aus. Nach Aufnahme der Fahrten gab es dann aber weitere Verspätungen.

Zwischen Spandau und Rathenow war ein Kabel beschädigt worden, über das die schnellfahrenden Züge Informationen zu Signalen erhalten. Hier konnten die ICE-Züge deshalb statt mit Tempo 250 nur 160 km/h fahren.

Anschläge auf Bahnanlagen hatte es auch bei den vergangenen Castor-Transporten gegeben. Meist waren dabei Haken in Oberleitungen geworfen worden, die dann von Zügen heruntergerissen wurden. Aber auch Brandanschläge wie jetzt habe es bereits früher gegeben, sagte ein Sprecher des Castor-Lagezentrums der Bundespolizei in Lüneburg. Betroffen waren gestern Strecken der Bahn bundesweit. 

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