Brandenburg : Wald noch nicht von Klimawandel bedroht

Der Klimawandel bedroht die Wälder in Brandenburg nach Einschätzung von Experten derzeit nur wenig. Der Direktor des Landesbetriebes Forst Brandenburg mahnte jedoch, dass der Umbau der von Kiefern dominierten Wälder hin zu Mischwäldern weitergehen müsse.

PotsdamDie Wälder in Brandenburg sind nach Einschätzung von Experten derzeit nur wenig vom Klimawandel bedroht. Der Direktor des Landesbetriebes Forst Brandenburg, Hubertus Kraut, mahnte jedoch am Mittwoch an, dass der Umbau der von Kiefern dominierten Wälder hin zu Mischwäldern weitergehen müsse. „Wir müssen davon ausgehen, dass nicht jede Baumart den Klimawandel - wenn er denn kommt - überleben wird“, sagte Kraut. Deshalb müssten verschiedene Baumarten gepflanzt werden. Kraut stellte zusammen mit Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) den aktuellen Lagebericht zum Wald vor.

Auch Schädlinge bereiteten Waldbesitzern viele Probleme, sagte Kraut. So breite sich der Eichenprozessionsspinner, eine Schmetterlingsart, weiter „in Massen“ in den Wäldern aus und schade den Bäumen, sagte Kraut. Die feinen „Brennhaare“ der Raupe können beim Kontakt mit der Haut auch bei Menschen allergische Reaktionen auslösen. Laut Kraut gibt es derzeit auch zu viele Wildtiere in den Wäldern. Ihr Bestand sei momentan so hoch wie schon seit 30 Jahren nicht mehr. „Wildtiere fressen etwa Sträucher auf, die vorher für viel Geld angepflanzt wurden“, erklärte Kraut. Deshalb bauten die Förster immer mehr Zäune auf. Dabei investierten sie einen großen Teil des Geldes, das eigentlich für den Umbau der Wälder zu Mischwäldern gedacht sei. Mit rund 150 Millionen Euro wurde der Waldumbau seit 1999 vom Land und von der EU gefördert. Die Jäger müssten zur Sicherung dieser Investitionen mehr Wildtiere schießen, forderte Minister Vogelsänger.

Brandenburg ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums das Bundesland mit der meisten Waldfläche pro Einwohner. Auf rund einem Drittel der Landesfläche steht Wald, rund 73 Prozent der Bäume sind Kiefern. Die Forst- und Holzwirtschaft sichert im Land etwa 15.000 Arbeitsplätze. (dapd)

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