Brandenburger CDU : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner lacht über böse Späße im Wahlkampf und hat eine merkwürdige Anzeige im CDU-Magazin entdeckt.

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Foto: pa/ZB

Brandenburgs CDU-Chefin Johanna Wanka ist stolz auf die neue Wahlkampfzentrale der Union  „Dock 09“ nahe den Babelsberger Filmstudios. Sie nahm es sogar sportlich, dass die SPD die gleichnamige Internet-Homepage gekapert hatte – und dem Koalitionspartner schadenfroh als Geschenk überreichte.

Der Wirbel sei eine kostenlose Werbung für die CDU, befand Wanka – und ließ den roten Emissären wiederum eine Spielzeug-Autorennbahn übergeben, bei der ein von SPD-Generalsekretär Klaus Ness gesteuerter Rennwagen – böse, böse – aus der „Ostkurve“ fliegt. So heißt nämlich die Wahlkampfzentrale der SPD.

Frech ist auch das Plakat am Eingang des CDU-Docks, das Wanka, Bundestagsfraktionsvize Katherina Reiche und Fraktionschefin Saskia Funck selbstbewusst zeigt, darüber: „Tag die Herren!“ Klein gedruckt liest man ein Zitat von Regierungschef Matthias Platzeck (SPD): „Wir brauchen Frauen in Führungspositionen.“ Tja, lästert man in der Union, in der SPD werden Frauen ja nur Stellvertreter.

Union – so heißt das bundesweite Magazin der CDU. Und darin konnte man jetzt neben Artikeln wie „So können Sie Angela Merkel unterstützen“ eine ganzseitige Anzeige der vorwiegend aus Steuergeldern finanzierten Universität Potsdam lesen. Brandenburgs SPD-General Klaus Ness fand es da um so merkwürdiger, dass eine daraufhin erfolgte Anzeigen-Anfrage der SPD-Zeitschrift „Vorwärts“ abschlägig beschieden wurde. Es bestehe „kein Interesse“, lautete die Begründung der Potsdamer Uni. Prompt fragt man sich in der SPD, ob die Uni der Wissenschaftsministerin und CDU-Chefin Johanna Wanka vorauseilend einen Gefallen tun wollte – oder gar einen Wink bekam.

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