Der Tagesspiegel : Brandenburger Wälder: Bekenntnis zum Landeswald

Im Streit um die kostenlose Übertragung von brandenburgischen Naturschutzflächen an Umweltstiftungen lässt die CDU nicht locker. Der Umweltexperte der CDU-Landtagsfraktion, Dieter Dombrowski, forderte das Kabinett gestern auf, einen größtmöglichen Teil der Flächen in Landesbesitz zu übernehmen. Bislang will die Landesregierung nur 4500 von insgesamt 17 500 Hektar, die die Bundesgesellschaft BVVG an Brandenburg abgibt, behalten, die restlichen Flächen - überwiegend Wald - sollen Umweltstiftungen und Verbänden überlassen werden. Über die endgültige Aufteilung entscheidet das Kabinett am 31. Juli.

Dombrowski sagte, es sei nicht einzusehen, warum das Land auf Vermögenswerte mit einem Verkehrswert von 70 Millionen Mark verzichten solle. Mit der kostenlosen Flächenübertragung gebe das Land zugleich einen Teil seines Einflusses auf die Naturschutzpolitik aus der Hand. Der CDU-Abgeordnete trat Befürchtungen entgegen, mit der Flächenübernahme durch das Land werde ein späterer Verkauf angestrebt: "Wir bekennen uns zum Landeswald und wollen eine dauerhafte Bewirtschaftung." Flächen sollten nur an Stiftungen und Verbände übertragen werden, "die in Brandenburg bekannt und vorzugsweise ansässig sind".

Wie Dombrowski sprach sich auch CDU-Agrarsprecher Dieter Holm dagegen aus, der Umweltschutzorganisation Greenpeace Flächen zu übergeben. Die Organisation habe die Übernahme von bis zu 3500 Hektar, davon 3350 Hektar im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, beantragt. Dort sollen die Bestände an Damm- und Schalenwild drastisch verringert, Marder und Waschbären, die sich mittlerweile zu einer Plage entwickelt hätten, jedoch verschont werden. Aus den Erträgen einer ökologischen Waldbewirtschaftung wolle Greenpeace die Anlage von Urwäldern ohne ökonomischen Nutzen für das Land fördern.

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