Brandenburgs Bäder : Tierisches Vergnügen

Pinguine, Riesenrutschen, Wellness-Oasen: Brandenburgs Bäder sind mit ausgefallenen Ideen erfolgreich Die Betreiber müssen viel investieren, denn die Konkurrenz wird immer größer.

Claus-Dieter Steyer
Bäder
Eine von vielen Ideen. Außenschwimmbecken in Burg. -Foto: dpa

Lübbenau Mit der etwas verwegen klingenden Idee "Schwimmen mit Pinguinen" hat das Spreeweltenbad in Lübbenau offenbar einen Volltreffer gelandet. "Es gibt einen Riesenandrang", hieß es gestern am Eingang zur völlig neu gestalteten Attraktion. Kurz vor Weihnachten war das einstige Spaßbad nach halbjähriger Umbauzeit mit der deutschlandweit einmaligen Anlage wiedereröffnet worden. "Wir schwimmen mit den Vögeln um die Wette", erzählt ein Schüler begeistert. "Die sind neugierig und einfach niedlich." Eine Glaswand trennt das tierische Terrain mit Salzwasser und Felsenlandschaft vom beheizten Außenschwimmbecken. Ein Tierpfleger kümmert sich um die Humboldtpinguine, deren Zahl in Kürze auf 24 steigen soll.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft, die sich die Erweiterung des Bades insgesamt rund sechs Millionen Euro kosten ließ, sieht das Geld gut angelegt. Die kalkulierte Besucherzahl von täglich 660 Gästen ist in den ersten zwei Wochen erheblich übertroffen worden. Doch ob die Rechnung auch auf lange Sicht aufgeht, muss sich erst noch zeigen. Denn gerade in der Region südlich und östlich Berlins gibt es mittlerweile einen überaus starken Konkurrenzkampf unter den Spaß- und Thermalbädern.

Mit erheblichen Problemen kämpft zum Beispiel die Cottbuser Lagune. Nach Informationen der "Lausitzer Rundschau" hat das Freizeit- und Sportbad seit der Eröffnung im Mai 2007 rund 500 000 Euro Verlust eingefahren. Die Stadtverwaltung und der private Investor verhandeln derzeit über weitere öffentliche Zuschüsse. Offensichtlich bevorzugen viele potenzielle Besucher die Angebote der "Spreewaldtherme" in Burg. Die vor drei Jahren von Schweizer Investoren eröffnete Anlage hat sich mit ihren Gesundheitsprogrammen und den Heilkräften der speziell gezüchteten Spreewaldalge ein großes Stammpublikum erworben.

Keine aktuellen Angaben über Besucherzahlen

Wer sich gerade in diesen kalten Tagen die wohlige Wärme eines Bades, einer Sauna oder einer fachmännischen Massage gönnen will, kann immer mehr Neuheiten ausprobieren. So verspricht die Therme in Bad Saarow eine "Reise in die Welt der Sinne" - wahlweise allein oder zu zweit. Dahinter verbirgt sich das in der Region einzigartige Wellnessritual "Salve-in-terra", bei dem die Wirkung von Naturschlämmen durch phantasievolle Zusätze ergänzt wird.

Ruhige Plätze bietet seit einiger Zeit auch der Freizeitpark Tropical Islands in seinem Wellnesstempel jenseits der Badebecken. Hier gibt's deutlich weniger Gedränge als am Rutschenturm oder an den Wasserflächen unterhalb des tropischen Regenwaldes, wo viele Besucher polnisch oder tschechisch sprechen. "Hier zahlt sich unsere gezielte Werbung aus", heißt es von der Pressestelle.

Wie sich das auf das Geschäftsergebnis auswirkt, bleibt aber noch offen. Aktuelle Angaben über Besucherzahlen werden nicht veröffentlicht. Und im letzten Jahresbericht des malaysischen Mutterkonzerns Tanjong wurde für das am 31. Januar 2008 beendete Geschäftsjahr ein Verlust von umgerechnet rund zwölf Millionen Euro vermerkt. Dieser Wert bewegte sich trotz der Investitionen in neue Attraktionen auf Vorjahresniveau. Unter anderem wurden im August 2007 ein großer Wellnessbereich, ein Rutschenturm und ein erweiterter Kinderbereich eröffnet. Zwischen dem 31. Januar 2007 und dem 31. Januar 2008 passierten nach Tanjong-Angaben 691 103 Gäste die Kassen. Das waren immerhin 35 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Doch bei der Eröffnung der Anlage in der ehemaligen Luftschiffhalle 2004 hatte der damalige Geschäftsführer Colin Au jährlich noch zwei Millionen Besucher erwartet.

Große Umbaupläne verfolgt das "Schwapp" in Fürstenwalde. Hier soll ein 1,2 Millionen Euro teurer Drachenpalast die in die Jahre gekommene Piratenburg im Badebecken ersetzen. Für September ist die Eröffnung geplant. Bis dahin können Badegäste noch mehrere Anlagen in der weiteren Umgebung testen - etwa das neue Gut Klostermühle in Alt-Madlitz oder die FKK-Therme in Ludwigsfelde.

Weitere Infos unter: www.brandenburg-entspannt.de

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