Brasilien : Schlingensief baut "Operngeisterbahn"

Im April inszenierte Christoph Schlingensief im brasilianischen Manaus Richard Wagners Oper "Der fliegende Holländer". Jetzt legt er nach und baut in São Paulo eine "Operngeisterbahn" auf.

Christoph Schlingensief
Christoph Schlingensief. -Foto: dpa

São Paulo/BerlinMit diesem "Prototypen einer Operngeisterbahn" setze er die Arbeit in seiner "mobilen Opernwerkstatt" fort, so Schlingensief. Dabei sollen Opernexperten und "Opernexterne" zusammentreffen. Koproduzent des Projekts "O Trem Fantasma" (Die Geisterbahn) ist das Goethe-Institut.

Vom 22. November bis 2. Dezember wird in der brasilianischen Metropole diese "akustische und bildhafte Geisterbahn-Reise" angeboten. Dazu gehört auch eine "animatographische Drehbühne", mit der Schlingensief seit längerem bei seinen Theater- und Kunstprojekten arbeitet. In São Paulo ist es eine auf einer Fläche von über 1200 Quadratmetern aufgebaute Installation in einem überdimensionalen Zelt. Von Straßenmusikanten über den Laienchor bis zum Lyrischen Tenor sind verschiedenste Opernliebhaber beteiligt. Standort der "Geisterbahn" ist die Baustelle des zukünftigen Kulturzentrums im Stadtteil Belenzinho, wo bereits im vergangenen Monat das Pariser Theatre du Soleil von Ariane Mnouchkine gastierte.

Der 47-jährige Schlingensief zeigt gegenwärtig im Migros-Museum in Zürich eine Ausstellung mit dem Titel "Querverstümmelung" (bis 3. Februar). Sie fasst drei Installationen und weitere Arbeiten der letzten Jahre zusammen, darunter auch das an der Berliner Volksbühne gezeigte Projekt "Kaprow City". Ausserdem werden die Filmaufnahmen gezeigt, die Schlingensief bei seiner Inszenierung des "Fliegenden Holländer" in der brasilianischen Amazonas-Metropole Manaus sowie im afrikanischen Lüderitz (Namibia) gemacht hat ("The African Twintowers"). (mit dpa)