Bremen - München : Bayern bolzt Werder vom Platz

Viel Geld zahlt sich offenbar aus: Der FC Bayern hat mit seinem 70 Millionen Euro teuren Star-Spielern den Bremern die höchste Heimniederlage seit zehn Jahren beigebracht.

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Freude über das Elfmeter-Tor: Bastian Schweinsteiger (M) und Luca Toni (r) vom FC Bayern München. -Foto: dpa

Bremen Bayern Münchens mit 70 Millionen Euro aufgerüstetes Star-Ensemble hat die erste große Herausforderung dieser Bundesliga- Saison mit einem 4:0 (1:0)-Sieg bei Werder Bremen bravourös gemeistert. Franck Ribéry (31./Foulelfmeter), Luca Toni (51.), Hamit Altintop (79.) und Andreas Ottl (87.) erzielten  vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Bremer Weser-Stadion die Tore für das Team von Ottmar Hitzfeld, das nach zwei Spielen mit makelloser Bilanz dasteht. "Die Hauptsache war, dass wir in der Defensive gut gestanden haben. In der zweiten Halbzeit haben wir die Bremer nicht mehr ins Spiel kommen lassen", sagte Hitzfeld. Auch Oliver Kahn war voll des Lobes. "Ich habe immer gesagt, wenn wir in Bremen gewinnen, ist es das erste richtige Achtungszeichen."

Die ersatzgeschwächten Bremer gingen hingegen leer aus und müssen sich in der Tabelle vorerst weiter nach unten orientieren. "Wir können im Moment nicht mehr, als wir in der in der ersten Halbzeit angeboten haben. Das war okay. Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf nach der höchsten Bremer Heimniederlage seit zehn Jahren.

Klose kassiert Pfeifkonzert

Bei Sonnenschein und Temperaturen um 20 Grad gab es den ersten Aufreger des Gipfeltreffens bereits vor dem Anpfiff. Unter einem gellenden Pfeifkonzert vor allem aus Werders Fankurve wurde Miroslav Klose von den Bremern offiziell verabschiedet. Dass der Angreifer in 89 Bundesliga-Spielen für Werder 53 Tore erzielt hatte, war den Fans offenbar nicht mehr in Erinnerung. Viel mehr bedeuteten ihnen wohl die Begleitumstände, unter denen Klose im Sommer für zwölf Millionen Euro zum Erzrivalen Bayern gewechselt war.

Der Neu-Bayer war nach nur drei Minuten auch an der ersten guten Aktion der Partie beteiligt. Werders Abwehrchef Naldo wusste sich nicht anders zu helfen und holte am eigenen Strafraum die Sense 'raus. Der Abwehrchef, der im Sommer mit Brasilien die Copa America gewonnen hat, sah Gelb von Schiedsrichter Markus Merk (Otterbach). Kurz danach wäre fast das erste Tor gefallen, aber Werders Torhüter Tim Wiese kratzte einen gut platzierten Ribéry-Schuss aus dem Eck.

Bremen fand nicht den Weg zum Tor

Die ersatzgeschwächten Bremer, die kurzfristig auch Leon Andreasen ersetzen mussten, hatten aber die passende Antwort parat. Urplötzlich tauchte Boubacar Sanogo völlig frei vor dem Gästetor auf, fand seinen Meister allerdings im glänzend reagierten Kahn. Auch in der Folge ließen die Gastgeber durchaus eine Steigerung gegenüber dem 2:1 in der Champions-League-Qualifikation gegen Dinamo Zagreb erkennen. Belohnt wurden die Bemühungen allerdings nicht. Denn nach einer halben Stunde hatten die Bayern-Anhänger allen Grund zum Jubel. Werder-Abwehrspieler Petri Pasanen, der erneut Clemens Fritz vertrat, setzte sich im eigenen Strafraum ungeschickt gegen Luca Toni ein. Merk wertete die Aktion zu Recht als Foul und gab Elfmeter. Rekord-Einkauf Ribéry ließ sich die Chance zur Führung nicht entgehen.

Das Tor verlieh dem deutschen Rekordmeister noch mehr Sicherheit. Erst recht, als schon kurz nach Wiederanpfiff Toni einen sehenswerten Konter zum zweiten Tor abschloss. Die Vorlage dazu hatte Altintop gegeben, der nach der Pause den angeschlagenen Klose (Knieprellung) ersetzt hatte. Für Weltmeister Toni, der am Mittwoch in Ungarn wieder für Italien spielt, war dies bereits der zweite Saisontreffer.

Danach verwaltete Bayern den beruhigenden Vorsprung und geriet gegen einen Gegner, bei dem die Kräfte nachließen, nur selten ernsthaft in Gefahr. Bremens Regisseur Diego glänzte zwar mit einem sehenswerten Fallrückzieher, aber auch der fand nicht den Weg ins Tor (65.). Als dann Altintop - wieder nach einem Konter - genau Maß nahm, waren auch die letzten Hoffnungen auf wenigstens einen Zähler dahin. (mit dpa)