Brennender Grenzbasar : Großeinsatz an deutsch-polnischer Grenze

Beim Löscheinsatz auf dem Slubicer Grenzbasar haben die deutschen und polnischen Einsatzkräfte nach Angaben der Frankfurter Feuerwehr "hervorragend zusammengearbeitet".

Frankfurt (Oder)/Potsdam - Es habe sich nach seiner Kenntnis um den bislang größten gemeinsamen Einsatz an der Grenze gehandelt, sagte der Vorsitzende des Frankfurter Feuerwehrverbandes, Wolfgang Welenga. Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) dankte den Feuerwehrleuten für die Unterstützung. Der bei deutschen Touristen beliebte Basar war in der Nacht zum Donnerstag niedergebrannt. Es gibt nach polnischen Angaben keine Verletzten.

Die Frankfurter Feuerwehr war mit 95 Männern, zehn Löschfahrzeugen und zwei weiteren Wagen im Einsatz, sagte der Leiter des Katastrophenschutzamts, Helmut Otto. Das Feuer sei gegen 20:30 Uhr ausgebrochen. Kurz vor 22 Uhr seien die deutschen Kollegen um Unterstützung gebeten worden. Die Frankfurter Feuerwehrleute konnten ein Übergreifen des Feuers auf eine Tankstelle verhindern. Löschwasser war nach Angaben von Beteiligten auch auf deutscher Seite getankt worden, da die Hydranten rund um den Basar trocken waren.

Eingeübte Teamarbeit

Gegen 0:30 Uhr war die Lage auf dem Basar unter Kontrolle, wie Otto sagte. Wegen starken Windes flackerten allerdings bis in die Morgenstunden immer wieder kleinere Feuer auf. Die deutschen Feuerwehren kehrten gegen 3 Uhr zurück. Der Einsatz sei sehr gut gelaufen, auch weil sich beide Seiten von Übungen her kannten, sagte der Einsatzleiter der Frankfurter Berufsfeuerwehr, Ralf-Dietmar Selchow. Angesichts der eingesetzten Dolmetscher habe es keine Verständigungsprobleme gegeben. Die Slubicer und Frankfurter Feuerwehren verbindet ein Abkommen zur gegenseitigen Hilfeleistung.

Schönbohm sagte, es habe sich einmal mehr gezeigt, dass sich die Menschen diesseits und jenseits der Oder im Ernstfall auf gegenseitige Hilfe und Unterstützung verlassen können. Es seien vor allem Notsituationen, in den sich die immer enger werdende grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Feuerwehren, Polizei und Rettungsdiensten auszahle.

Die Ursache für das Feuer war bis zum Nachmittag ungeklärt. Der Schaden geht in die Millionen. Der Slubicer Bürgermeister Ryszard Bodziacki sprach von einer "gewaltigen Tragödie". Er verwies darauf, dass der Basar einer der größten Arbeitgeber der Region war. Mehrere tausend Menschen hätten über Nacht ihren Lebensunterhalt verloren. Ein städtischer Krisenstab werde über schnelle Hilfe für die Betroffenen beraten. Zugleich dankte Bodziacki allen Rettungskräften, die bei den Löscharbeiten mitwirkten. (Von Jörg Schreiber und Mirko Hertrich, dpp)

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