Briefgeschäft : Keine Post von Springer?

Der Axel-Springer-Verlag will sich offenbar doch nicht als Post-Konkurrent versuchen. Die Anteile am Briefdienst Pin sollen Medienberichten zufolge teilweise verkauft werden.

HamburgDen Berichten zufolge will Vorstandschef Matthias Döpfner mehr als 45 Prozent der Springer-Anteile am Briefdienst Pin an den niederländischen Postkonzern TNT verkaufen. Weder Springer noch TNT wollten dies jedoch bestätigen. "Wir prüfen derzeit strategische Optionen, wie wir das Geschäft von Pin weiterentwickeln können", sagte eine Springer-Sprecherin der "Financial Times Deutschland". Pin wie TNT wollen der Post mit der vollständigen Öffnung des Briefmarktes zu Beginn des kommenden Jahres Konkurrenz machen.

Offenbar will der Springer-Verlag seinen Mehrheitsanteil an Pin von derzeit 71,6 Prozent auf einen Minderheitsanteil von 25 Prozent verkleinern. Weitere Anteilseigner von Pin sind der Holtzbrinck-Verlag (zu dem auch der Tagesspiegel gehört) und die WAZ-Gruppe mit jeweils 5,6 Prozent sowie Madsack mit 5,9 Prozent.

Mitglieder des Springer-Aufsichtsrates hätten auf Vorstandschef Döpfner eingewirkt, die kostspielige Expansion in den Postbereich deutlich zurückzufahren. Das defizitäre Unternehmen Pin brauche noch Aufbauinvestitionen im dreistelligen Millionenbereich. (mit AFP)