Der Tagesspiegel : "Brisante Situation" im Aussiedlerheim

Geständiger Mörder nach Schlägerei erneut festgenommen LÜBBEN/POTSDAM (wvb/dpa).Zwei der drei Mordverdächtigen, die wegen Pannen bei der Cottbuser Staatsanwaltschaft aus der Untersuchungshaft entlassen wurden, sind aus dem Lübbener Aussiedlerheim weggezogen.Das berichtete der Heimleiter Günter Hetze am Montag.Einer sei mit seinen Eltern nach Speyer in Rheinland-Pfalz gezogen.Der andere jetzt eine Wohnung in Lübben, besuche aber noch seine Freundin in dem Wohnheim.Am Sonntag soll einer der drei Männer in dem Heim Angehörige des Mordopfers bedroht haben.Justizminister Hans Otto Bräutigam erwartet, daß die Hauptverhandlung gegen die drei Männer vor dem Cottbuser Landgericht "jetzt anberaumt und das Gerichtsverfahren zügig zum Abschluß gebracht wird". -Die drei deutschstämmigen Kasachen hatten gestanden, im Oktober einen 21jährigen Usbeken bei Lübben getötet zu haben.Ende Mai hatte das Oberlandesgericht aufgrund von Versäumnissen der Ermittlungsbehörden die Haftbefehle gegen die Geständigen aufgehoben.Die Richter machten Verzögerungen bei der Staatsanwaltschaft Cottbus dafür verantwortlich, daß innerhalb eines halben Jahres kein Urteil erging. In dem Lübbener Übergangswohnheim leben zur Zeit 113 Aussiedler, darunter noch einer der Tatverdächtigen sowie die Angehörigen des usbekischen Opfers.Zwischen dem 18jährigen Kasachen und einer Tante des Getöteten sei es nach einem Wortwechsel am Samstag zu Handgreiflichkeiten gekommen, berichtete Heimleiter Hetze.Die Polizei habe den jungen Mann vernommen und wieder entlassen.Er soll dem Vernehmen nach soziale Arbeit in einem Kindergarten leisten.Der Potsdamer Polizei zufolge ist es am Sonntag dann zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen dem 18jährigen Kasachen und der Tante des Mordopfers gekommen.Polizeisprecher Geert Piorkowski teilte am Montag mit, der Kasache habe die Tante des getöteten Usbeken mit der Faust geschlagen, so daß diese einen Arzt aufsuchen mußte.And andere Angehörige des Usbeken habe der Mann mit Mord bedroht.Er sei daraufhin vorläufig festgenommen und nach Abstimmung mit der Cottbuser Staatsanwaltschaft entlassen worden.Weil der Polizei die "Brisanz der Situation" bewußt sei, habe man die Situation im Heim am gestrigen Montag nochmals überprüft, sagte Piorkowski. Zum möglichen Tatmotiv der drei Männer sagte Heimleiter Hetze, der getötete Usbeke habe sich in dem Heim als "King" aufgespielt.Er habe offenbar wegen Rauschgiftkonsums finanzielle Probleme gehabt und versucht, von einem der drei Kasachen Geld zu erpressen.Er soll gedroht haben, bei ausbleibender Zahlung dessen Freundin zu vergewaltigen.Dies habe der Kasache als Angriff auf seine Ehre verstanden. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Cottbus stachen die Täter auf den Hals des Usbeken ein, stülpten ihm eine Plastiktüte über den Kopf und fuhren ihn im Kofferraum zu einem Nebenarm der Spree bei Lübben.Als der Usbeke flüchten wollte, drückten die Kasachen ihn unter Wasser, bis er ertrank.Die Anklageschrift war im April beim Landgericht Cottbus eingegangen.Der Prozeß gegen die drei Beschuldigten soll Anfang August eröffnet werden.

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