Brüggen : Zwischenfall mit Atombombe erst jetzt enthüllt

Am 2. Mai 1984 ist es einem Zeitungsbericht zufolge auf dem britischen Militärflugplatz Brüggen im Kreis Viersen zu einem Zwischenfall mit einer Atombombe gekommen. Sie fiel vom Transportkarren auf den Betonboden.

DüsseldorfDie britischen Streitkräfte hätten jetzt erstmals den Zwischenfall bestätigt, berichtet die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post". Die britische Zeitschrift "New Scientist" habe bereits am Wochenende über einen solchen Unfall berichtet.

Eine Bombe vom Typ WE 177 C, die die achtfache Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima 1945 besitze, sei von ihrem Transportkarren gerutscht und aus 30 bis 40 Zentimeter Höhe auf den Betonboden aufgeschlagen. Dabei sei der Transportcontainer verbeult worden. Der Atomsprengkopf der Bombe sei nicht beschädigt worden, sagten die britischen Streitkräfte in Mönchengladbach der Zeitung.

Die Redakteure des "New Scientist" hätten erst jetzt vom britischen Verteidigungsministerium freigegebene Dokumente eingesehen, in denen Pannen mit Atomwaffen aufgelistet seien. Der Zwischenfall im Kreis Viersen soll vom britischen Verteidigungsministerium als einer der beiden schwerwiegendsten Unfälle mit Atomwaffen in den 80er Jahren eingestuft worden sein, wie die Zeitung weiter berichtet. (mit ddp)