Der Tagesspiegel : Brutale Revierkämpfe unter Zuhältern Polizei zerschlägt Rotlichtbande in Frankfurt (Oder) – Beamter unter Verdacht

Peter Tiede

Frankfurt (Oder) - Im Raum Frankfurt (Oder) ist gestern eine brutale Zuhälter- und Drogenhändlerbande zerschlagen worden. 50 Polizeibeamte nahmen am Vormittag insgesamt drei Verdächtige fest. Zwei Männer im Alter von 27 Jahren wurden in Frankfurt, ein 42-jähriger wurde in Fürstenwalde verhaftet. Den drei Männern, die gestern dem Haftrichter vorgeführt wurden, sowie zwei bereits in Untersuchungshaft sitzenden Männern und bis zu fünf weiteren Mittätern wird vorgeworfen, im Raum Frankfurt gezielt andere Zuhälter zusammengeschlagen und deren Prostituierte bedroht zu haben. Ziel der Bande sei es gewesen, Konkurrenten zu vertreiben und den Markt zu übernehmen. Zwischen Frühjahr 2002 und April 2004 soll die Bande in mindestens sieben Fällen „bordellartige Einrichtungen und Wohnungen in Frankfurt (Oder) überfallen“ haben. Außerdem sollen sie mit Drogen gedealt und Prostituierte „bandenmäßig nach Deutschland eingeschleust haben“, so Toralf Reinhardt, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA).

Ein Polizeimeister aus dem Schutzbereich Frankfurt (Oder) soll die Bande nach Informationen des Tagesspiegels mit Daten über andere Zuhälter und geplante Polizeiaktionen versorgt haben. Der Polizist soll dafür unter anderem mit Drogen versorgt worden sein. Er wurde vom Dienst suspendiert.

Ein Bandenmitglied soll der 22-jährigen Daniel K. sein, der im Juni dieses Jahres wegen der Folterung eines Arbeitslosen vom Landgericht Frankfurt verurteilt worden: Er hatte zusammen mit zwei anderen Männern den 34-jährigen Gunnar S. am 5. Juni 2004 zweieinhalb Stunden lang so brutal misshandelt, dass er nur durch eine Notoperation gerettet werden konnte.

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