Der Tagesspiegel : Bündnisgrüne machen umstrittenen Havelausbau noch einmal zum Thema

MICHAEL ERBACH

POTSDAM .Das Verkehrsprojekt 17 Deutsche Einheit, der Havelausbau, soll auf Druck der Bündnisgrünen noch einmal auf den Prüfstand kommen.Wie die Bundestagsabgeordnete Sylvia Voß (Bündnis 90/Grüne) gestern sagte, wird es dazu kommende Woche ein Treffen zwischen Vertretern des Bundesumwelt- und des Verkehrsministeriums geben.Während Voß davon ausgeht, daß noch verhandelt werden kann, sagte der Leiter des Wasserstraßen Neubauamtes Berlin, Hans-Jürgen Heymann: "Es gibt keine Änderungen unserer Pläne." Von der deutschen Unesco-Kommission hieß es, Potsdam drohe wegen des Havelausbaus bedrohtes Weltkulturerbe zu werden.

Zwar werde über die Potsdam-Problematik erst Ende November in Marrakesch diskutiert, der vom Unesco-Komitee geforderte neue Bericht müsse aber bereits im Sommer fertig sein, sagte der Generalsekretär der deutschen Kommission, Traugott Schöfthaler.Die Chancen für einen Stopp des Verkehrsprojektes sind allerdings nicht groß.Es sei "durch den Koalitionsvertrag festgeschrieben", sagte der Sprecher des Bundesbauministeriums, Volker Matern.Es stehe nicht zur Disposition.

Voß verweist jedoch auf den Text der Koalitionsvereinbarung, in dem es heißt, daß die entsprechenden "Maßnahmen" fortgeführt werden sollten."In welcher Form dies geschieht, ist damit für Bündnis 90/Grüne nicht festgeschrieben." Denkbar sei, daß "eben nur die jetzt begonnenen Maßnahmen" zu Ende geführt würden.Zumindest die geplante Südtrasse von Potsdam über den Teltowkanal zum Berliner Osthafen müsse vom Tisch.Die Ausbaustrecke entlang der Welterbestätten Neuer Garten, Klein-Glienicke und Park Babelsberg wie auch der geplante Ausbau der Schleuse Kleinmachnow "machen keinen Sinn".So sei die Havel "einer der letzten natürlichen Flußräume Europas" und werde den Großraumschiffen "geopfert".Der Verkehrswegeplan müsse überarbeitet werden.

Der Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin, Hans-Jürgen Heymann, sagte, die Südtrasse sei unverzichtbar.Zudem habe das Raumordnungsverfahren "ganz klar ergeben, daß von den Baumaßnahmen keine Gefahren für die Welterbestätten ausgehen werden".Die im Verfahren gemachten Auflagen würden erfüllt, auf eine Anhebung der Glienicker Brücke verzichtet, Abbaggerungen auf ein Mindestmaß beschränkt.Den Kritikern des Havelausbaus läuft unterdessen die Zeit davon.Kommende Woche findet für den Schleusenneubau Kleinmachnow bereits die Anhörung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens statt.

Verkehrsprojekt Nr.17

Im Zuge des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nummer 17 soll die Havel-Wasserstraße ausgebaut werden.Über den Elbe-Havelkanal, der bei Magdeburg beginnt, sollen Berliner und Brandenburger Häfen mit "Großmotorgüterschiffen" mit einem Tiefgang von 2,80 Meter - statt bisher zwei Metern - und einer Länge von 180 Metern erreichbar werden."Euronorm"- Schiffe können die Strecke noch nicht voll beladen befahren.Bis 2012 soll das 4,5-Milliarden-Mark-Projekt abgeschlossen sein.(Tsp).

Im Zuge des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nummer 17 soll die Havel-Wasserstraße ausgebaut werden.Über den Elbe-Havelkanal, der bei Magdeburg beginnt, sollen Berliner und Brandenburger Häfen mit "Großmotorgüterschiffen" mit einem Tiefgang von 2,80 Meter - statt bisher zwei Metern - und einer Länge von 180 Metern erreichbar werden."Euronorm"- Schiffe können die Strecke noch nicht voll beladen befahren.Bis 2012 soll das 4,5-Milliarden-Mark-Projekt abgeschlossen sein.(Tsp).

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