Bürgerkrieg : Rebellengeneral für Frieden im Ostkongo

Der Osten des Kongos wird heftig umkämpft. Deswegen ist der UN-Sondergesandte für die Region erfreut darüber, dass ein führender Rebellengeneral jetzt für Frieden eintritt. Wegen der großen Zahl von Flüchtlingen bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an.

Obasanjo Nkunda Kongo
UN-Gesandter Obasanjo und Rebellengeneral Nkunda nach dem Treffen. -Foto: AFP

Nairobi/GomaDer Rebellengeneral Laurent Nkunda unterstützt nach eigenen Worten einen Friedensprozess im heftig umkämpften Osten des Kongos. Nach einem Treffen mit dem UN-Gesandten Olusegun Obasanjo in der von den Rebellen gehaltenen Stadt Jomba sagte Nkunda laut einem BBC-Bericht vom Sonntag: "Heute ist ein großer Tag für uns, denn wir haben viele Männer verloren und jetzt haben wir eine Botschaft des Friedens." Nkunda, dessen 6000 Mann starke Rebellenarmee gegen Regierungstruppen und verbündete Milizen kämpft, erneuerte zugleich seine Forderung nach direkten Gesprächen mit der Regierung in Kinshasa. Seit Ende August sind nach Angaben von Hilfsorganisationen mindestens 250.000 Menschen vor den Kämpfen im Ostkongo geflüchtet.

Der UN-Gesandte, der frühere nigerianische Staatschef Obasanjo, zeigte sich über den Verlauf der Gespräche erfreut. "Nkunda will an der Waffenruhe festhalten", sagte Obasanjo. "Aber es ist wie beim Tango-Tanz, allein geht es nicht." Trotz der einseitigen Waffenruhe, die der Rebellengeneral vor zwei Wochen verkündet hatte, als seine Männer kurz vor der Einnahme der Provinzhauptstadt Goma standen, dauern die Kämpfe an. Laut UN kam es am Sonntag zu neuen Zusammenstößen zwischen Rebellen und Regierungstruppen in einem Gebiet 50 Kilometer nördlich von Goma.

Die Hilfsorganisation Cap Anamur berichtete am Sonntag in Köln, auch in Süd-Kivu, der kongolesischen Provinz südlich von Goma, bahne sich eine humanitäre Katastrophe großen Ausmaßes an. In Minova, dem einzigen Flüchtlingslager im Grenzgebiet zwischen Nord- und Süd-Kivu, breiteten sich Durchfallerkrankungen und Malaria rasend schnell aus. Die Gefahr einer Choleraepidemie in dem Lager, in dem sich mehr als 35.000 Flüchtlinge befinden, sei enorm hoch. (mhz/dpa)