Bürgerkriegsfolgen : Uno warnt vor Hungerkatastrophe in Somalia

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen braucht dringend Nachschub für die Versorgung der Bevölkerung in Somalia. In dem ostafrikanischen Land herrscht seit 1991 Bürgerkrieg.

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Somalische Bürgerkriegsflüchtlinge in einem Flüchtlingslager im Jemen. -Foto: AFP

Mogadischu/NairobiDas Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) warnt im vom Bürgerkrieg zerrütteten Somalia vor einer Dürrekatastrophe. Im Süden sowie dem Zentrum des ostafrikanischen Landes stünden in diesem und dem kommenden Monat Ernteausfälle bevor. Für die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln aus dem Ausland müsse dringend Nachschub geliefert werden. Laut WFP werden bis Ende des Jahres 26.500 Tonnen im Wert von 19,5 Millionen US-Dollar benötigt, um eine Million hilfsbedürftiger Menschen zu versorgen.

Ohne zusätzliche Beiträge könnten der Organisation schon im Oktober 8500 Tonnen Nahrungsmittel fehlen, warnte der für Somalia zuständige Landesdirektor Peter Goossens. Der Transport der Lebensmittel zu den Hilfebedürftigen benötige ohnehin drei bis vier Monate. Auch werde die zunehmende Zahl an Piratenattacken vor der Küste am Horn von Afrika mehr und mehr zum Problem, da nahezu 80 Prozent der Fracht für die Welthungerhilfe verschifft werde. Zu den Hauptgeberländern für Somalia zählt neben den Vereinigten Staaten, Kanada und den Niederlanden auch Deutschland.

In Somalia tobt seit dem Ende der Diktatur 1991 ein Bürgerkrieg. Die Übergangsregierung konnte der Anarchie bislang kein Ende setzen. Eine am Sonntag begonnene Versöhnungskonferenz der rivalisierenden Stammesführer soll am Donnerstag fortgesetzt werden. Die Hoffnung auf Frieden ist allerdings gering, da die islamistischen Aufständischen, deren Sprengstoffanschläge nahezu täglich Opfer fordern, nicht mit am Tisch sitzen. Auch in diesen Tagen gab es der somalischen Nachrichtenagentur Shabelle zufolge in der Hauptstadt Mogadischu wieder Tote und Verletzte. (mit dpa)