Der Tagesspiegel : Bürgermeister gibt Probleme in Templin zu Kritik an Stadtoberhaupt nach grausamem Mord

Templin - Nach dem Mord eines Mannes in Templin vermutlich durch Rechtsextremisten hat der Bürgermeister Probleme der Stadt mit einigen Jugendlichen eingeräumt. Er wisse nicht, ob die beiden vorbestraften mutmaßlichen Täter Rechtsextremisten seien, sagte Ulrich Schoeneich (parteilos) am Sonntag. Es gebe aber Probleme mit Jugendlichen, die für sich keine Perspektive sähen.

Schoeneich war mit der Äußerung in die Kritik geraten, es gebe in Templin keine rechtsextreme Szene. Polizei und Verfassungsschutz betrachten die Stadt dagegen nach Aussagen von Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) wie berichtet sogar als Hochburg der rechtsextremen Szene. Die Anti- Rechtsextremismus-Initiative „Gesicht zeigen!“ sprach von Bagatellisierung durch den Bürgermeister. Die Äußerungen zeigten, dass er „seine Stadt offenbar nicht kennt“, sagte der Vorsitzende der Initiative Uwe-Karsten Heye, der „Welt am Sonntag“.

Der Bürgermeister räumte ein, dass möglicherweise andere Strategien der Jugendarbeit notwendig seien. Er sprach sich für Nachmittagsangebote an Schulen aus, die für Lehrer und Schüler verpflichtend sein müssten. Zudem dürften von Jugendlichen begangene Bagatelldelikte nicht ohne Sanktionen bleiben. „Wenn die Polizei wegguckt, sinkt die Hemmschwelle.“ Der Tote war am Dienstag entdeckt worden. Tatverdächtig sind ein 18- und ein 21-Jähriger, die unter Bewährung standen. Sie sollen der rechten Szene angehören und haben ihr Opfer vermutlich durch Tritte gegen den Kopf getötet. dpa

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